War Geert Wilders Wahlniederlage eine bewusste „Zeitungsente“?

Wie sehr darf man Wahlprognosen und die dazugehörigen Medienberichte ernst nehmen? Anlässlich der EU-Wahl berichteten zahlreiche Medien über die bevorstehende Wahlniederlage der rechtspatriotischen Partei PVV in den Niederlanden. Geert Wilders hätte am Donnerstag wörtlich eine „Wahlschlappe“ hinnehmen müssen. Österreichische Medien berichteten einseitig über das überraschende Ergebnis in den Niederlanden, während die bevorstehenden Wahlsiege der UKIP in England oder des Front National in Frankreich kaum thematisiert wurden. FPÖ-Chef HC Strache wurde bei einer Pressekonferenz am Freitag über das schlechte Abschneiden der Freiheitspartei befragt. Man wollte offenbar den Eindruck erwecken, dass die „Rechten“ doch nicht so stark seien, wie die linksgesteuerten „Mächtigen“ befürchtet hatten. Zudem hätte den etablierten Parteien eine Verunsicherung potentiell rechter bzw. EU-kritischer Wähler vor dem Wahltag in den übrigen Mitgliedsstaaten auch sehr gelegen kommen können.

Doch so schlecht, wie laufend berichtet wurde, dürfte Wilders in Wahrheit gar nicht abschnitten haben. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten etwa berichten von einer Falschmeldung. Laut der Nachrichtenagentur ANP teile sich die PVV den zweiten Platz mit der pro-europäischen Partei Demokraten 66. Beide hätten vier Sitze errungen. Wahlsieger seien die Christdemokraten mit fünf Sitzen. Offizielle Ergebnisse soll es erst in den kommenden Tagen geben. In einer ersten Ipsos-Nachwahlbefragung am Donnerstagabend hieß es, die PVV könnte im Vergleich zu 2009 fünf Prozentpunkte verlieren und damit auf den vierten Platz zurückfallen. Das hatte Wilders sogar veranlasst, vor Anhängern seine Niederlage einzuräumen: „Die Wahrheit ist, dass die Wahlprognosen enttäuschend sind“, sagte er.  Zugleich erklärte Wilders aber, dass das Ergebnis die Aversion und das Desinteresse an Europa in der niederländischen Bevölkerung zeige.

Sollten sich diese Medienberichte tatsächlich als „Ente“ herausstellen, darf man gespannt sein, ob die zahlreichen Medien, die intensiv über die vermeintliche Niederlage berichtet hatten, eine ausführliche Gegendarstellung bringen werden.

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