Roter Multiversumskandal in Schwechat wird zum Mega-Kriminalfall

Immer weitere Kreise zieht der Multiversum-Skandal in der niederösterreichischen Stadtgemeinde Schwechat. Nachdem seit 2008 das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung in Sachen Multiversum ermittelt, geben ein soeben veröffentlichter Rechnungshofbericht und eine Hausdurchsuchung diesem Fall eine neue Dimension. Am 4. Juni veröffentlichte der Rechnungshof einen vernichtenden Bericht in Sachen Multiversum und Finanzgebarung der Stadtgemeinde Schwechat. Durch Baukostenüberschreitungen wurde das Budget für die Errichtung dieser Eventhalle gleich um 20 Millionen Euro überschritten. Die Gemeinde ist seitdem in schwere finanzielle Schieflage geraten und sitzt nun auf einem Schuldenberg von rund 80  Millionen Euro.

Im Fokus der Kritik stehen einmal mehr zwei ehemalige Schwechater „SPÖ-Spitzengenossen“, der ehemalige Bürgermeister Hannes Fazekas und der ehemalige stellvertretende Stadtamtsdirektor Franz Kucharowits. Zum rechtlichen und ökonomischen Versagen der Rathausverantwortlichen schreibt der Rechnungshof wörtlich:

Die Verletzungen reichten vom Tätigwerden eines unzuständigen Organs und der Überschreitung der Außenvertretungsbefugnis des Bürgermeisters über die Nichteinholung von aufsichtsbehördlichen Genehmigungen, die Missachtung von Rechnungslegungsvorschriften und Bestimmungen betreffend die voranschlagsunwirksame Gebarung sowie die Überschreitung der Anordnungsbefugnis bis hin zur Missachtung der Bestimmungen über das Notverordnungsrecht des Bürgermeisters.

Razzia und Unterlagenbeschlagnahmung in Schwechat

Parallel zu den Rechnungshofuntersuchungen laufen auch umfangreiche polizeiliche Ermittlungen gegen die Rathausgenossen aus Schwechat in der Causa Multiversum. Unter anderem kam es in den vergangenen Tagen zu einer umfangreichen Razzia in den Schwechater Rathausräumlichkeiten und es wurden zahlreiche Unterlagten der Stadtverwaltung beschlagnahmt. Obwohl die „neue“ SPÖ-Stadtführung unter Bürgermeister Gerhard Frauenberger sich in der Öffentlichkeit bemüht zeigt, die „Altlasten“ rund um das Multiversum zu sanieren und bei der Aufklärung mitzuhelfen, glaubt die Öffentlichkeit nicht recht an einen völlig Schlussstrich.

So hält etwa die Schwechater SPÖ noch immer an Katharina Kucharowits als Nationalratsabgeordneter fest. Kucharowits, Tochter des in den Skandal tief verstrickten ehemaligen stellvertretenden Stadtamtsdirektors, war selbst einige Jahre Gemeinderätin, während der Multiversum Skandal seinen Lauf nahm und hatte damals als Kontrollorgan versagt. Ihr Mentor und Vorgänger als Schwechater SPÖ-Nationalrat war der Ex-Bürgermeister Fazekas, dem sie seit vielen Jahren loyal verbunden ist. 

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