Innenminister in Indien verteidigt Vergewaltigungen als “versehentlich”

Für Entsetzen sorgte in Indien die Gruppen-Vergewaltigung von zwei Mädchen, die dann getötet und aufgehängt wurden. Die offenbar fünf beteiligten Täter sollen teilweise sogar schon ausgeforscht worden sein. Ob sie für ihre Taten auch zur Verantwortung gezogen werden, darf bezweifelt werden. Die beiden getöteten Mädchen waren Teil einer niedrigen Kaste, während die Täter einer höheren Kaste angehörten und auch Polizisten gewesen sein dürften. Erst aufgrund massiver Proteste begann die Polizei mit Ermittlungen, von Politikern wurde der Vorfall allerdings verharmlost. Dem nicht genug meinte nun auch der Innenminister des Bundesstaats Chhattisgarh, Ramsevak Paikra vor Journalisten, dass Vergewaltigungen manchmal nicht absichtlich, sondern aus Versehen passieren. Der Innenminister versuchte damit wohl die Verbrechen der Täter zu rechtfertigen. Später versuchte der für Recht und Ordnung zuständige Politiker aus der Bharatiya-Janata-Partei (BJP) des neuen Premierministers Modi noch, seine Entgleisung mit dem Hinweis zu relativieren, er sei falsch zitiert worden. Mehrere Fernsehsender strahlten die Bemerkungen jedoch im Original aus.

Nicht die erste Entgleisung

Erst am Donnerstag hatte der ebenfalls der BJP angehörende Innenminister des Bundesstaats Madhya Pradesh, Babulal Gaur, die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Indien drastisch verharmlost und sogar ansatzweise verteidigt. Vergewaltigung sei “ein soziales Verbrechen, das von Männern und Frauen abhängt”, sagte Gaur. “Manchmal ist es richtig, manchmal ist es falsch.” Jedenfalls könne ermittlungstechnisch “nichts getan werden, solange es keine Anzeige gibt”. Die BJP-Führung distanzierte sich daraufhin von Gaur. Dessen Ansichten würden nicht die der Partei repräsentieren, hieß es.

Nach Angaben der Regierung wird in Indien alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Aktivisten gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da die Opfer sexueller Gewalt häufig sozial geächtet werden.

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