Tempo 30 für ganz Wien wäre schlecht für die Umwelt

Maria Vassilakou (Grüne) ist Vizebürgermeisterin in Wien und – viele meinen leider – auch Verkehrsstadträtin. Die Auswirkungen ihrer Amtsführung sind für die Verkehrsteilnehmer derzeit schmerzlich zu spüren. Mega-Stau in der Westeinfahrt, tägliches Chaos auf der Tangente und entlang des Hernalser Gürtels – die Autofahrer wissen schon nicht mehr, wo sie den Baustellen ausweichen sollen. Diese sind zur Zeit dermaßen schlecht koordiniert, wie überhaupt noch nie. Dem nicht genug: Nun kommt Vassilakou nun auch noch mit dem Vorschlag, Tempo 30 in ganz Wien einzuführen.

Vassilakou macht also ernst und will ihre „grüne“ Verkehrspolitik tatsächlich umsetzen. Ab August werden die Burggasse und die Neustiftgasse im 7. Bezirk und die Gumpendorfer Straße im 6. Bezirk zu Tempo-30-Zonen. Unterstützung für ihr Vorhaben bekommt die Verkehrsstadträtin von Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ), der im Standard Argumente für Tempo 30 darlegt: Verringerung des wahrgenommenen Verkehrslärms um bis zu 75 Prozent, ruhigere Wohngebiete und eine erhöhte Verkehrssicherheit. Die Forderung des VCÖ geht sogar so weit, in den Städten Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit zu machen.

Umwelt ist Grünen egal

Die Umwelt ist der Grünen und ihrem VCÖ-Mann dabei offenbar völlig egal. Denn eine neue Studie der Technischen Universität Wien (TU) bescheinigt: Tempo 30 ist die schlechteste Lösung für eine bessere Luftqualität in der Stadt. Prof. Bernhard Geringer von der TU kommt in der Untersuchung zum Schluss: „Tempo 30 ist keine sinnvolle Maßnahme zur Hebung der Luftqualität oder der Verbrauchsverringerung in Städten – bauseitige Verkehrsberuhigungen erhöhen sogar deutlich den Emissionsausstoß gegenüber Tempo 50 im Sinne ,Schwellen machen Abgas‘.“

Höherer Treibstoffverbrauch

Auch das Forum „Mobilität.Freiheit.Umwelt“ (MFU) warnt vor einer falschen Beurteilung von Tempo-30-Beschränkungen. Dr. Felix Clary, Initiator des MFU: „Die Effizienz ist bei Tempo 30 sogar deutlich geringer, weil mit niedrigerem Tempo und gleichen Emissionen in derselben Zeit weniger Weg zurückgelegt wird. Auf die Dauer des Weges gerechnet, fallen bei Tempo 30 also höherer Treibstoffverbrauch und mehr Emissionen an, als bei Tempo 50. Der geringfügige Vorteil des niedrigeren Energieaufwandes beim Erreichen der Geschwindigkeit geht dadurch verloren.“

Ideologiegefärbte Verkehrspolitik

Die Frage ist, ob sich Maria Vassilakou von wissenschaftlichen Untersuchungen beeindrucken lässt oder weiterhin stur an ihrer ideologiegefärbte Verkehrspolitik in Wien festhält – auch wenn sich immer mehr Menschen darüber aufregen und auch wenn die Umwelt dadurch belastet wird.

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