Neues Dilemma: Frauen-Quote oder Männer-Diskriminierung?

Für Feministen und Gutmenschen ist es eine Niederlage in zweierlei Hinsicht. Die linke deutsche Tageszeitung – kurz taz – hat für ein Volontariat eine Frau mit Migrationshintergrund gesucht. Beworben hat sich allerdings auch ein Mann, der nicht genommen wurde. Der klagte daraufhin und bekam beim Landesgericht Berlin-Brandenburg recht. Kurios klingt die Begründung der taz für die Ablehnung des Mannes im Vornhinein. Man wollte den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Journalismus erhöhen. Wobei die Argumentation insofern nicht halten konnte, da mit einem Volontariat keine Führungsposition ausgeschrieben wurde.

Ein Dilemma für das linke Weltbild ist es dennoch! Frauenquoten, Ausländerquoten und Frauendiskriminierung werden mit rechtlichen Waffen einer Diskriminierung von anderer Seite geschlagen. Die Entscheidung des Gerichts könnte weitreichende Folgen haben. Theoretisch könnte jeder männliche Bewerber klagen, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen geht, bei denen aber eine Frauenquote erfüllt werden muss. Wie werden dann die Gerichte entscheiden? Für Frauen-Quoten oder gegen Männer-Diskriminierung?

Gleichberechtigungswahn scheitert

Die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt scheitert auch an anderen Fronten. Wie aktuelle Untersuchungen des Instituts für Soziologie an der Universität Wien zeigen, ist selbst in Wien der Anteil der Haushalte mit „klassischem Familienmodell“ – der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau geringfügig oder Teilzeit – zwischen 1995 und 2013 von elf auf 25 Prozent gestiegen. Somit ist vor allem Frauen die eigenständige Erziehung ihrer Kinder noch immer lieber. In Österreich entscheiden sich rund 40 Prozent für die längste Kindergeld-Variante von insgesamt 36 Monaten (30+6), die unter den Eltern aufgeteilt werden muss. Die kürzeste Variante von 14 Monaten (12+2) wählen hingegen nur knapp fünf Prozent, in der einkommensabhängigen Form etwa 20 Prozent, wie Zahlen des Familienministeriums zeigen.

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