WKR-Ball: Marine Le Pen gewinnt Rechtsstreit gegen „SOS Racisme“

Die Vorsitzende der französischen Front National (FN), Marine Le Pen, war 2012 Gast beim Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) in der Hofburg. Ihre Teilnahme wurde heftig kritisiert. Der frühere Vorsitzende der Anti-Rassismus-Organisation „SOS Racisme“, Dominique Sopo, etwa sprach von einer Teilnahme an einem „antisemitischen Ball“ – eine Behauptung, deren Richtigstellung Le Pen einklagte und jetzt erstinstanzlich Recht bekam. Sopo wurde am 12. Juni verurteilt und muss als verantwortlicher Herausgeber der Internetseite von „SOS Racisme“ eine Geldstrafe von 600 Euro auf Bewährung zahlen. Außerdem muss er Le Pen tausend Euro Schmerzensgeld zahlen. Sopo kündigte allerdings Berufung an.

In der Mitteilung mit der Überschrift „Marine Le Pen a Vienne, Dirty dancing“, (dt.: „Marine Le Pen in Wien, schmutziges Tänzchen“) kritisierte der linke Verein die Teilnahme der damaligen Präsidentschaftskandidatin an einem „antisemitischen“ und „ekelhaften“ Ball, der noch dazu am „67. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers von Auschwitz“ stattgefunden habe. Das französische Gericht urteilte hingegen, die Beweismittel der Verteidigung reichten nicht aus, um eine solche Qualifizierung der Veranstalter zu rechtfertigen.

„Das Urteil stellt richtigerweise klar, dass weder der Wiener Korporationsring, noch die FPÖ Antisemiten-Vereine sind“, sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Franz Obermayr in einer Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts. Marine Le Pen habe damit gezeigt, „dass man diffamierende Äußerungen dieser Art nicht einfach im Raum stehen lassen darf, sondern sich gegebenenfalls auf dem Rechtsweg wehren muss.“

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