Bundeshymne: Blamage für Rauch-Kallat im ORF

Nach wie vor gibt es einen Wirbel um die neue österreichische Bundeshymne. Einen traurigen Tiefpunkt lieferte da nun die ehemalige ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, die in der ORF-ZIB24 mit dem Sänger Andreas Gabalier zu Gast war. Gabalier verteidigte seine musikalische Darbietung im Zuge der Formel-1-Übertragung in Spielberg, wo er die traditionelle Bundeshymne sang, die korrekt „Heimat bist du großer Söhne“ gesungen wird. Er kündigte an, die Hymne auch weiterhin so zu singen.

Rauch-Kallat sprach von Provokation

Die verbissen wirkende Rauch-Kallat, die mitverantwortlich für die Verhunzung der von Paula von Preradović getexteten Hymne war, trat hingegen eine Entgleisung nach der anderen los. Eine Provokation und Respektlosigkeit gegenüber dem Gesetzgeber oder Munition für jene, die frauenfeindlich sind, waren zwei ihrer gewagten Faux-Pas vor laufender Kamera. Sie meinte außerdem, sich an Fußball-Matches erinnern zu können wo die Spieler gerade nur den Mund bewegt hätten weil sie keine Ahnung hatten wie die Bundeshymne gehe. Sie unterstellte damit sämtlichen Nationalspielern pauschal Unwissenheit oder gar Dummheit.

Schließmuskel als Argument bemüht

Doch den Gipfel ihrer Worthülsen erteilte sie, nachdem Gabalier meinte, er habe die Hymne mit dem Alter von acht Jahren so gelernt:

Ich gehe davon aus, dass Sie – wie alle Kinder – mit einem Jahr auch noch in die Windel gemacht haben – und das jetzt nicht mehr tun, weil Sie gelernt haben, Ihre Schließmuskel zu beherrschen. Also gehe ich davon aus, dass Sie gelernt haben, Texte anders zu singen. Ich halte es für eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gesetzgeber, es gibt jetzt ein Gesetz, darüber kann man streiten, ob mans mag oder nicht, Mehrheit ist Mehrheit. Die Diskussionen jetzt hätten wir uns gerne erspart.

Auf Gabaliers Einwand, dass auf Ö3 seit Montag eine große Abstimmung laufe, wo 95 Prozent für die alte Hymne seien, meinte Rauch-Kallat gemäß der üblichen Politrhetorik, es wären vor einer Stunde nur noch 91,7 Prozent.

Auf die wirkliche Meinung will die ÖVP nicht hören – das ist das wahre Demokratieverständnis der ehemaligen Volkspartei. Dass Rauch-Kallat nicht dämmern dürfte, dass sie 20 Jahre für etwas gekämpft hat was vom Volk nicht angenommen wurde, offenbarte ihre Hilflosigkeit. Zwar gab sie zu, dass es wichtigere Themen gäbe, vergriff sich allerdings im Ton. Ganz nach dem Motto: Der Gesetzgeber hat immer Recht. Dass es sicherlich unzählige Beispiele gibt, die das widerlegen, müsste auch ihr klar sein.

„Mega-affen-titten-geil“

Dass Rauch-Kallat keine Frau von Format ist, hatte sie ja einst mit ihrem unvergesslichen Sager anlässlich des Gesundheitspasses für Jugendliche im Jahr 2004 bewiesen. „Mega-affen-titten-geil“ tönte es von ihr. Eine Bemerkung, die wegen Frauenfeindlichkeit, Sexismus inklusive der Beleidigungen von Affen wohl eher in die Hose ging. Rauch-Kallats Blamage sorgte jedenfalls in zahlreichen sozialen Medien für heftige Empörung.

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