Wiener Stadthallenbad: Auch nach der Eröffnung bleibt Aufklärungsbedarf

Seit gut einer Woche hat das Wiener Stadthallenbad wieder geöffnet. Rund 20 Millionen Euro waren für die Sanierung des Bades veranschlagt, im Endeffekt dürfte sie um die 26 Millionen Euro gekostet haben. Im Mai 2010 wurde mit der Sanierung begonnen, der ursprüngliche Eröffnungstermin war für Ende 2011 anberaumt gewesen, dann aber immer wieder, letztlich bis in den Sommer 2014, verschoben. Selbst jetzt werden noch kleinere Arbeiten durchgeführt, die laut der Geschäftsführerin des Stadthallenbades aber für Gäste kaum bemerkbar seien. Sehr wohl spüren werden diese jedoch, dass die Ticketpreise angehoben wurden.

Klage und Gegenklage

Der Bau zieht auch etliche Klagen nach sich. Der Generalplaner machte nicht bezahlte Honorare gerichtlich geltend. Die Wien Holding AG reagierte mit einer Gegenklage auf Schadenersatz. Sachverständige stellten rund 300 Baumängel fest. Das Verfahren soll laut Experten sehr langwierig werden. Sehr dubios war, wie so oft in Wien, die Auftragsvergabe.

Steger: Leitragende sind Steuerzahler und Sportler

Petra Steger, Sportsprecherin der FPÖ, kritisiert die Auftragsvergabe massiv. Als besonders beschämend und aufklärungswürdig bezeichnete Sie den Umstand, dass bei der Sanierung die Baugesellschaft Voitl & Co“ beteiligt gewesen sei. Geschäftsführerin der Voitl Baugesellschaft sei Sabine Hanke, Ehefrau von Peter Hanke. Dieser sei Geschäftsführer der Wien Holding und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadthallenbad-Betriebsgesellschaft. Die bloße Aussage von Hanke, dass es zu keiner Beeinflussung bei der Ausschreibung und der anschließenden Auftragsvergabe gekommen sei, sei nicht zufriedenstellend. Steger verlangt daher im Interesse der Sportlerinnen und Sportler rasche und vollste Aufklärung in dieser Causa. Freunderlwirtschaft könne kein Kriterium sein, um an Aufträge zu kommen. Leidtragende seien einmal mehr der Sport und der Steuerzahler, der für die Misswirtschaft der Verantwortlichen rund um die Stadthallenbad-Sanierung aufkommen müsse.

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