Breite Bürgerbewegung gegen Gender-Binnen-I

Im Zusammenhang mit dem im Frühjahr heftig diskutierten Entwurf der ÖNORM A 1080 hat sich nun eine breite Bürgerbewegung gegen die öffentliche Zwangsbeglückung mit getrenntgeschlechtlichen Formulierungen gebildet. In einem offenen Brief an die Bundesministerin für Bildung und Frauen, Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), abgedruckt in der Kronen Zeitung vom 13. Juli 2014, fordern Wissenschaftler und Bürger eine Abkehr vom „politisch korrekten Gendern“.

Dabei ist die Kritik am Gebrauch des Gender-Binnen-I massiv:

Die derzeit durch den Frauenförderungsplan von oben her verordnete konsequente getrenntgeschlechtliche Formulierung zerstört die gewachsene Struktur der deutschen Sprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit. [.]

Die feministisch motivierten Grundsätze zur „sprachlichen Gleichbehandlung“ basieren auf einer einseitigen und unrichtigen Einschätzung der Gegebenheiten in unserer Sprache. Das „generische Maskulinum“ (z.B. Mensch, Zuschauer) zum Feindbild zu erklären und dessen Abschaffung zu verlangen, blendet die Tatsache aus, dass unsere Sprache ebenso ein „generisches Femininum“ (z.B. Person, Fachkraft) und ein „generisches Neutrum“ (z.B. Publikum, Volk) kennt.

Bürgerbewegung fordert Eliminierung des Binnen-I

Die Bürgerbewegung, der unter anderem Univ.-Prof. i. R. Dr. Heinz-Dieter Pohl (Universität Klagenfurt), Em.o. Univ.-Prof. Dr. Peter Wiesinger (Universität Wien), Univ.-Prof. Dr. Herbert Zeman (Universität Wien), Prof. Mag. Dr. Tomas Kubelik (Autor des BuchesGenug gegendert„) und Dr. Annelies Glander (Universität Wien) angehören, fordert eine Eliminierung von Binnen-I (KollegInnen) und ähnlichen Formen wie Schrägstrich im Wortinneren (Kolleg/-innen), Klammern (Kolleg(inn)en) und hochgestelltem „a“ bzw. „in“ im Anschluss an bestimmte Abkürzungen.

Dafür hat das Bürgerkomitee eine einleuchtende Begründung:

Es kann also weder die Rede davon sein, dass das jeweils andere Geschlecht nur „mitgemeint“ sei, noch dass das „generische Maskulinum“ ein „geronnener Sexismus“ wäre und für die Unterdrückung der Frau in der Sprache stünde. Die Sprachfrequenzforschung belegt ganz im Gegensatz dazu überzeugend, dass der feminine Artikel „die“ in allen Arten von Texten um ein Vielfaches häufiger repräsentiert ist als der maskuline Artikel „der“.

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