Hundstorfer-Kabinett will kritische Wissenschaftler finanziell aushungern

Ungemach droht dem Mitarbeiterstab von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Es geht um Unstimmigkeiten rund um das im Juni beschlossene sogenannte „Luxuspensionsrecht“. Damals war der Sozialwissenschaftler Professor Bernd Marin durch harsche Kritik an Hundstorfer und Co. in den Medien aufgefallen. Dies störte offensichtlich das Mitarbeiter-Umfeld des Ministers massiv, wie eine parlamentarische Anfrage des FPÖ-Abgeordneten Peter Wurm nun aufgedeckt hat. So sollen „SPÖ-Hardliner“ im Sozialministerium darüber beraten haben, ob man gegen Marin nicht „budgetär“ zurückschlagen solle.

Involviert in diese Affäre sollen Kabinettschef Preiss sowie die Sektionschefin Edeltraud Glettler und deren Gruppenleiter Marc Pointecker, früher selbst im Kabinett, gewesen sein, wie in der Anfrage zu lesen ist:

Hinter den Kulissen führte die Kritik von Prof. Marin aber noch zu viel weitreichenderen Versuchen, dessen berechtigte Korrekturwünsche zum „Luxuspensionsrecht“ einfach zum Schweigen zu bringen: Während der parallel laufenden Budgetverhandlungen zum Haushalt 2014/2015 soll es im BMASK sogar zu einer Besprechung zwischen Kabinettschef Mag. Preiss, gleichzeitig BMASK-Generalsekretär, Gruppenleiter Mag. Marc Pointecker und Sektionschefin Mag. Edeltraud Glettler in Sachen „Prof. Marin“ gekommen sein. Das „SPÖ-Genossen-Trio“ soll auf Initiative von Kabinettschef Preiss darüber beraten haben, ob man das Europäische Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung nicht „förderungspolitisch“ auf die „schwarze Liste“ setzen soll, um Prof. Marin, „mundtot“ zu machen.

Wird rote Sektionschefin Opfer des Hundstorfer-Kabinetts?

Zwischen den Genossen soll sich in Folge ein Streit über die Methode gegen Marin entwickelt haben, der in weiterer Folge, – laut Anfrage, sogar zur Absetzung von Sektionschef Edeltraud Glettler führen könnte. Ihr formal Untergebener Gruppenleiter Pointecker soll selbst auf ihre Position spitzen:

Während Gruppenleiter Pointecker, selbst einige Zeit im Kabinett Hundstorfer und ein Arbeiterkammergenosse von Kabinettschef Preiss, diesen Vorschlag wortgewaltig unterstützt haben soll, soll SC Glettler zur Vorsicht bei einem solchen Unternehmen gemahnt haben. Glettler soll sich in diesem Zusammenhang sowohl den Zorn von Kabinettschef Mag. Preiss zugezogen haben als auch die massive Kritik durch Gruppenleiter Pointecker. Pointecker soll mit seinem engen Freund Preiss schön länger am Projekt „Sektionschef“ arbeiten. Bisher stand diesem Ansinnen die Person Glettler im Weg. Die Auseinandersetzung rund um die Förderung des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung soll jedenfalls dazu geführt haben, dass Preiss und Pointecker gemeinsam mit dem Präsidialsektionschef Mag. Thaller an einem Plan basteln, Glettler zu entmachten bzw. personalpolitisch durch eine Organisationsreform überhaupt ihres Amtes zu entheben.

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