„Pizzeria Anarchia“: Linksextremisten hielten Haus bis in den Abend besetzt

Seit dem Wochenende ist die Spannung in der Wiener Leopoldstadt groß. Am Montagmorgen sollte die berüchtigte „Pizzeria Anacharchia“, ein von linken Radaumachern besetzt gehaltenes Haus, endgültig geräumt werden. Seit drei Jahren versucht der Eigentümer bereits, dies durchzusetzen. Vorangegangene Versuche von Seiten der Polizei scheiterten. Auch diesmal sollte es für die Einsatzkräfte schwierig und belastend werden.

Fäkalien auf Polizei geworfen

Ein Großaufgebot an Polizeiwägen, tausende Uniformierte, teils aus Spezialeinheiten, und auch die Feuerwehr sind in Alarmbereitschaft. Über dem 2. Wiener Gemeindebezirk kreisen Polizeihubschrauber, Wasserwerfer und Polizeipanzer kommen zum Einsatz. Seit 10.30 Uhr hat der Zugriff auf das unrechtmäßig besetzt gehaltene Gebäude in der Mühlfeldgasse 12 begonnen. Vorerst wurden die Linksextremisten über ein Megafon der Polizei über den bevorstehenden Einsatz informiert und um ein friedliches und problemloses Verlassen gebeten.

Ebenso wie das Angebot, ein Jahr gratis in einer alternativen Bleibe hausen zu können, lehnten die Hausbesetzer auch eine friedliche Räumung ab. Sprechchöre aus den umliegenden Gassen sind zu vernehmen und über die Absperrgitter an den Kreuzungen werden vermehrt Dosen, Flaschen und wüste Beschimpfungen in Richtung Einsatzkommando geschleudert.

Aus der „Pizzeria“ selber fliegen ebenfalls diverse Gegenstände, unter anderem Möbel und gar Fäkalien, die der Umgebung ihre stinkende Note aufdrücken. Als die Polizei mit dem Panzerfahrzeug versucht, weiter vorzurücken, wird dieses mit Farbe, Federn und wiederum Fäkalien beworfen. Unterdessen werden einige an der Hausecke verschanzt gehaltene Aktivisten einer Identitätskontrolle unterzogen, welcher sie enormen Widerstand entgegen setzen. Die Polizei hat für diverse Presseanfragen ein eigenes Zelt eingerichtet. Ein strategisches und entschlossenes Vorgehen ist seit den Morgenstunden bemerkbar.

Heikle Situation und angespannte Nerven

Während der erste Schichtwechsel bei der Exekutive durchgeführt wird, rückt auch ein spezielles Kommando vor das Haus, welches sich als Bombenentschärfungsdienst herausstellt. Im Forum des mit den Besetzern sympathisierenden Blattes Der Standard wird mittlerweile gemutmaßt, dass die illegalen Besetzer das Haus wohl anzünden könnten, bevor sie gewaltsam entfernt würden. Auch Polizeisprecher Roman Hahslinger äußerte seine Sorge über den Verdacht von eventuell versteckten Stromfallen im Haus.

Die Hausbesetzer dürften in den vergangenen Tagen nur allzuviel Zeit gehabt haben, um diverse Türen mit Eisengittern zu versehen oder gar zuzubetonieren. Dadurch verzögerte sich der Eingriff maßgeblich. Der Großteil der linken Extremisten und Anarchos hält sich mittlerweile im obersten Stockwerk auf. Von dort urinierte ein Mann auf die Einsatzkräfte, während diese die Gänge räumten. Mit einem Wasserschlauch, auf den dritten Stock gerichtet, versuchte man, die übrigen Bewohner zum Auszug zu bewegen. Gegen 15.30 Uhr werden ein Dutzend Personen im Zuge der Räumung festgenommen. Begleitet von höhnischen Sprechchören der umliegenden Aktivisten, dringen die Einsatzkräfte nun in die oberen Stockwerke vor, wo sich eigenen Angaben zufolge die übrigen Bewohner festgekettet haben.

Kein Verständnis in der Bevölkerung

Der stundenlange Einsatz hat aber auch für die mittlerweile genervten Wiener Folgen. So verkehren die Wiener Linien nur teilweise, eingeschränkt oder gar nicht rund um das Problemviertel. Auch ein Migrant mit offenbar türkischen Wurzeln versteht das Aufsehen um die linke Gesinnungsgemeinschaft nicht, er unterhält sich mit seinem Kollegen im Vorbeigehen: „Alles Gestörte weißt, sobald die Polizei da ist, schreien sie, die Stadt soll brennen und so…“

Auch das Kostenthema wird unter den Zaungästen und verärgerten Anrainern immer wieder angesprochen. So kommen auch diesmal für einen Mega-Einsatz, ausgelöst durch wenige linke Radaumacher, die Steuerzahler auf. Eine Truppe der MA48 nimmt’s locker – während sie auf frisches Material aus dem mittlerweile enorm stinkenden Haus warten, spielen die Müllmänner amüsiert auf die Rückenaufschrift ihrer Einsatzkleidung an: „Wir fegen alle vom Platz“.

Wann die Räumung des Gebäudes abgeschlossen sein wird, bleibt noch offen. Zu erwarten ist aber laut Polizei der heutige Abend. Bei einer erfolgreichen Beseitigung aller Hindernisse und Störenfriede werden die Gerichtsbehörden und auch der Eigentümer die Lage begutachten.


Aktualisierung: In den Abendstunden des 28. Juli 2014 wurde die Räumung des besetzten Gebäudes beendet. Im Gebäude hielten sich 19 Personen auf, die von der Polizei festgenommen wurden. Zudem wurden zwölf Personen, die sich mit den Besetzern solidarisiert hatten, in Polizeigewahrsam genommen.

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