EU-Steuerzahler müssen Espirito Santo retten

Zu einem neuen Förderungsskandal im Bankenwesen weitet sich die Pleite der Banco Espirito Santo aus. Nachdem Portugal nicht in der Lage ist, die marode Skandalbank zu retten, müssen wieder einmal die EU-Steuerzahler herhalten. Über Nacht hatte die Lissabonner Zentralbank die Banco Espirito Santo übernommen und damit quasi „zwangsverstaatlicht“. Das Geld für diese Verstaatlichung und die Weiterführung der Pleitebank kommt aber nicht aus Portugal, sondern aus dem europäischen Bankenrettungspaket. Dort sind noch 6,4 Milliarden Euro geparkt, die Portugal eigentlich nach Ende des Euro-Rettungsschirms hätte zurückzahlen müssen.

Die portugiesische Einlagensicherung selbst verfügt lediglich über magere 200 Millionen Euro auf der hohen Kante, die Espirito-Santo-Pleite schlägt aber nach konservativen Schätzungen derzeit mit 6,6 Milliarden Euro zu Buche. Dafür möchte man nun die nicht verwendeten Euro-Rettungsschirm-Mittel vollständig einsetzen.

Goldman Sachs verabschiedet sich aus Abenteuer

Die erst vor kurzem gemachte Zusage eines Engagement von Goldman Sachs bei Espirito Santo wurde über Nacht wieder revidiert. Dafür spaltet man die Pleite-Bank nun in eine „Novo Banco“ und eine Bad Bank auf. Nachranggläubiger und Miteigentümer sollen ihre Einlagen zu 100 Prozent verlieren, die „einfachen Anleger“ möchte man ungeschoren lassen. Offen bleibt auch, was mit den verschwundenen Milliarden in Angola passieren soll, die mit zur Schieflage der Lissabonner Bank geführt haben.

Unklar ist, welche Rolle der scheidende EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gespielt hat. Als langjähriger Ministerpräsident und Spitzenpolitiker in Portugal war er jedenfalls mit den bisherigen Eigentümern bestens bekannt. 

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