Indien unterläuft Sanktionen beim Diamantenhandel mit Russland

Die von den USA und der EU wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen führen nun zu einer ganzen Reihe neuer Handelsbeziehungen für Russland. Während sich US-Öl-Multis wie Exxon Mobile nicht davon abbringen lassen, neue Ölförderplattformen in Russland zu bauen, steigt die ehemalige britische Kronkolonie Indien groß in den Diamantenhandel mit Russland ein. Zu diesem Zweck wird im indischen Mumbai eine eigene Diamantenbörse etabliert.

Indien möchte mit diesem eigenen Handelsplatz Vorkehrungen treffen, wenn der derzeitige Diamantenhandel mit Russland über Belgien und Dubai durch die westliche Sanktionspolitik zum Erliegen kommen sollte. Die indische Diamanten-Vereinigung GJEPC hat deshalb diesen alternativen Handelsplatz initiiert.

Russische ALROSA-Gruppe fördert 25 Prozent des Weltmarktes

Russland ist für die indische Diamantenverarbeitungsindustrie der zentrale Lieferant auf dem Weltmarkt. Die russische ALROSA-Gruppe fördert allein 25 Prozent des Weltmarkvolumens beim Diamantenabbau. Im Wirtschaftsjahr 2013 importierte Indien russische Rohdiamanten im Wert von 767 Millionen US-Dollar. Sowohl für Indien als auch für Russland, das die geschliffenen Edelsteine wieder auf den Weltmarkt exportiert, ist dies ein Mega-Geschäft.

So hat sich seit 1960 der Rohdiamanten-Preis verzehnfacht. Die Veredelung in Indien bringt der dortigen Diamantenindustrie noch einmal ein Viertel an Wertschöpfung dazu. Mit einer eigenen Diamantenbörse in Mumbai fügt sich der BRICS-Staat Indien in die Gesamtstrategie der Schwellenländer ein, von den USA und dem Dollar möglichst unabhängig zu werden. 

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