Schweizer CVP-Politiker Lombardi gegen Russland-Sanktionen

In Sachen aktiver Neutralitätspolitik könnten sich die ÖVP-Politiker Vizekanzler Michael Spindelegger und Außenminister Sebastian Kurz von ihren Parteifreunden aus der Christlichen Volkspartei (CVP) in der Schweiz einiges abschauen. Der CVP-Ständerat Filippo Lombardi – zukünftig auch als Bundesrat, d.h. Minister, in der Berner Bundesregierung gehandelt – tritt für eine ausgleichende Politik der Schweiz in der Ukraine-Krise ein. Lombardi fordert in einem Interview mit der Tagsszeitung Blick eine Politik der Deeskalation in Osteuropa und hält nichts von neuen Sanktionen:

Ich bin sehr besorgt über die Situation in der Ostukraine, möchte aber warnen vor einseitigen Schuldzuweisungen. Moskau und Kiew sind beide mitverantwortlich für die Eskalation. Der tragische Absturz der MH17 muss die internationale Gemeinschaft dazu bewegen, die Kräfte zu bündeln und beide Seiten zur Vernunft zu bringen. Gelingt das nicht, droht eine weitere Eskalation.

Christdemokrat Lombardi fordert aktive Rolle der Schweiz

Von der Schweiz fordert der Christdemokrat Lombardi eine aktive Rolle als neutraler Staat, um die Krise zwischen Russland und der Ukraine zu lösen. Von einer einseitigen Politik gegen Russland, wie sie die USA und die EU gegenwärtig praktizieren, hält Ständerat Lombardi gegenüber Blick nichts: 

Wenn die Schweiz eine Chance hat, dann jene, dass sie nicht automatisch als Feind Russlands eingestuft wird. Das setzt aber den Mut voraus, mit Vernunft und Vertrauen eine noch aktivere Rolle zu spielen. (.) Die Einseitigkeit, mit der auf Russland gezielt wird, ist nicht zielführend. Die EU und die USA werden von Moskau kaum mehr angehört.

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