Schriftsteller Thomas Glavinic: Ein käuflicher Künstler?

Es ist ein beliebtes Szenario in österreichischen Medien, im Besonderen im ORF: Zu beliebigen politischen Themen werden gerne linke Staatskünstler, die in Abhängigkeit zu den Genossen gerieten, eingeladen. Und diese dürfen dann auf die Freiheitlichen hinhauen. Meist endet dies aber sehr peinlich, wie beim unsäglichen SoKo-Bullen Gregor Seberg, der in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ peinliche Verwechslungen von sich gab. An Unvereinbarkeit grenzt nun ein Kurier-Interview des Schriftstellers Thomas Glavinic, der ausgerechnet jenen Politiker lobt, der ihm ein Stipendium ermöglichte.

Gefragt, welche Politiker ihn, Glavinic imponieren würden, sagte der Bestseller-Autor: „Ich war damals gespannt, was Obama aus seiner Präsidentschaft macht – und wurde enttäuscht.“ National sei das Personal zu 90 Prozent schaurig. Interessant: Im persönlichen Umgang nennt er sowohl HC Strache (FPÖ) als auch Eva Glawischnig (Grüne) für sympathisch, „aber am Ende bringen sie das Land aber nicht weiter“. Gerne als Minister erleben würde er – und da überrascht Glavinic die Leser – den in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten NEOS-Politiker Sepp Schellhorn. Glavinic lobt ihn über den Klee: Schellhorn sei unkonventionell, extrem intelligent, und er habe den Ehrgeiz, etwas zu verändern.

Geräumige Wohnung im Pongau

Veränderungswillen schreibt Glavinic also nur einem einzigen Politiker in Österreich zu: Sepp Schellhorn. Warum gerade dem NEOS-Mann? Das hat wohl nichts damit zu tun, dass Thomas Glavinic Nutznießer eines Stipendiums von Schellhorn ist. Ein Zufall? Jedenfalls erhielt der in Graz geborene Künstler das Sepp-Schellhorn-Stipendium 2014. Dieses Stipendium wird zwei- bis drei Mal im Jahr vergeben, der ausgewählte Stipendiat bekommt eine geräumige Wohnung in Goldegg im Salzburger Pongau zur Verfügung gestellt und wird in diesem Zeitraum durch das Hotel „Der Seehof“ verpflegt. Im Gegenzug stellt der Stipendiat eines seiner Werke im Rahmen einer Lesung im Hotel vor. Das Hotel wird von Sepp Schellhorn und seiner Frau Susi geführt.

Da liegt es für Glavinic auf der Hand, dass also dieser Mann, Sepp Schellhorn, die Welt verändern kann. Für objektive Beobachter drängt sich aber auch der faule Beigeschmack auf, dass Glavinic als Künstler in den Verdacht der Käuflichkeit gerät, wenn er ausgerechnet jenen Mann als Politiker lobt, der ihm ein schönes Leben im Salzburger Pongau finanziert.

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