Nicht zu wissen, wann Schluss ist.

Geradezu peinlich wirkt es, wenn gescheiterte Politiker einfach nicht erkennen wollen, dass es besser wäre, die politische Bühne zu verlassen. Frank Stronach ist da aktuell das beste Beispiel. Er kündigte in einem Interview an, wieder zur Verfügung stehen wollen. Neben Frank Stronach hat auch ein anderer Steirer die Zeichen der Zeit nicht erkannt, nämlich Gerald Grosz vom BZÖ. Dieser verkündete den „Fortbestand“ des BZÖ. 87 Prozent einer Umfrage unter Mitgliedern hätten sich dafür ausgesprochen. Und es gab tatsächlich Medien, wie den ORF oder die Tageszeitung Österreich, die über diese Meldung berichteten. Österreich schrieb zwar, dass das BZÖ rund 3.000 Mitglieder hätte, ignorierte allerdings, dass nur 11 Prozent der Mitglieder überhaupt auf die BZÖ-interne Umfrage reagierten. Das heißt: Gerade einmal 330 Personen dürften Interesse am BZÖ gezeigt haben, wovon allerdings 287 Personen den Fortbestand der Partei wollen. Starke Leistung! Selbst, wenn das BZÖ noch einige Millionen Euro auf der Kante haben sollte, bräuchte es mehr als nur ein Wunder, dass die Partei nochmals reüssieren konnte. Grosz ist nicht ansatzweise ein Jörg Haider und die Glaubwürdigkeit der Orangen ist dahin.

Großteil der Wähler will weder BZÖ noch Team Stronach

Ähnlich ist es nun auch bei Frank Stronach. Die Marke des Sprücheklopfers wirkte Anfangs sehr gut. Erwin Pröll wurde als Feigling attackiert, während der „Frank“ die Wirtschaft verstehe, viel für Österreich geschaffen und auch ordentlich gespendet hätte aber es nicht für notwendig erachtete mit anderen Politikern zu diskutieren, in der Überzeugung, er sei besser als sie. Doch das reichte auf Dauer nicht. Irgendwann wollten die Wähler auch konkrete Lösungen hören, doch der „Frank“ gab immer nur die selben eingelernten Phrasen von sich. Peinlich wirkten da seine Auftritte bei den Fernsehkonfrontationen. Nicht einmal das Programm seiner Bewegung kannte er. Seine Ära endete schließlich mit seiner Abschiedsrede im Parlament. Und jetzt steht er für die Steiermark wieder zur Verfügung und bemüht sein Gewissen, das ihm sagt, er müsse für Österreich etwas bewegen. Seine Klubobfrau Kathrin Nachbaur gab unterdessen im ORF-Sommergespräch die – man kennt sie bereits vom BZÖ – gewohnten Durchhalteparolen zum Besten. Nicht zu wissen, wann Schluss ist, obwohl der Großteil der Wähler weder Frank Stronach noch das BZÖ haben will. Die kommenden Wahlen werden den Herrschaften zwangsweise die Augen öffnen.

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