Streit um Prammers Mandat

Es ist nicht das erste Mal, dass die Linken in Sachen Frauenquoten in ein Dilemma geraten, weil damit Männer diskriminiert werden könnten. Nach dem Ableben von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer war ein Streit um die Nachbesetzung ihres Mandats bei der SPÖ Oberösterreich entbrannt. Grundsätzlich werden die Kandidatenlisten nach einem Art Reißverschluss-System erstellt, damit sichergestellt wird, dass gleich viele Frauen und Männer antreten. Das heißt, nach einem männlichen Kandidaten muss eine Frau gereiht werden. Als nächstgereihter Mandatar auf der SPÖ-Liste ist mit Walter Schopf ein Mann in Position gebracht worden. Da allerdings dadurch eine Frau weniger aus Oberösterreich im Nationalrat vertreten gewesen wäre, war Streit vorprogrammiert. Im Landesparteistatut heißt es:

 „Scheidet ein/e MandatarIn, unabhängig aus welchem Grund, aus, ist durch Nachrückung sicherzustellen, dass die Einhaltung der Quote erhalten bleibt bzw. erzielt wird“, heißt es dort. 

Schopf hatte im Vorfeld angekündigt, sein Mandat annehmen zu wollen. Doch die „Quotenfrauen“ wollten Sonja Ablinger im Nationalrat sehen. Im Vorfeld der Vorstandssitzung am Freitag wurde wenig überraschend gegen Schopf geschossen. Die mit ihrem „Hasch-Jubel“ berühmt gewordene Chefin der Sozialistischen Jugend, Julia Herr, – sie verwechselte die Minister Böhmdorfer und Brandstetter – forderte, dass die Quotenregelung einzuhalten ist. Sie sei damit auf Linie von Frauenministerin Heinisch-Hosek, die sich ebenfalls für die Nominierung von Sonja Ablinger stark gemacht habe, ließ sie ausrichten. Walter Schopf setzte sich letztendlich doch durch. In der Kronen Zeitung vom Samstag wird gewitzelt, dass man sich den Streit hätte ersparen können. Man hätte doch Conchita Wurst nominieren können.

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