FPÖ Steyr fordert Solidarität mit MAN-Mitarbeitern

2.000 der 2.400 Mitarbeiter des MAN-Werkes in Steyr werden mit Oktober in die Kurzarbeit geschickt. Verantwortlich dafür sind zu wesentlichen Teilen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland. MAN verlor einen Auftrag aus Russland über 500 Lkw. “Solidarität mit der Ukraine mag ein Schlagwort sein. Aber am Ende das Tages brauchen die Menschen einen Arbeitsplatz”, lautete der Tenor einer Pressekonferenz der Steyrer FPÖ. Nationalratsabgeordneter Gerhard Deimek, Stadtrat Helmut Zöttl und MAN-Betriebsrat Patrick Holländer forderten gemeinsam “Solidarität mit unseren Arbeitern.” Man dürfe nicht zusehen, wie die Regierung die Menschen im Regen stehen lässt.

Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) habe in der aktuellen Situation ihre Zahnlosigkeit unter Beweis gestellt: Erich Schwarz, Zentralbetriebsratsvorsitzender und Vizepräsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, soll seit Wochen um die Probleme gewusst haben, ohne seine Stimme öffentlich zu erheben. Das machen ihm Deimek, Zöttl und Holländer in ihrer Pressekonferenz zum Vorwurf. “Die Arbeiterkammer sollte keinerlei Verständnis für die Vernichtung unserer Arbeitsplätze zeigen”, fordert das blaue Trio den Rücktritt des Genossen von allen Funktionen und Ämtern.  

“Arbeitsplätze kommen aus der Industrie, nicht von Sonntagsreden”

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland müssten umgehend von österreichischer Seite aufgekündigt werden. “Die Regierung muss sofort aus dieser Spirale aussteigen. Wir dürfen keinen Wirtschaftskrieg gegen unsere eigenen Arbeiter führen”, fordert der Steyrer Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek mehr Besonnenheit seitens der Regierungsbank. “Für Steyr ist das eine geradezu apokalyptische Meldung”, skizzierte Stadtrat Helmut Zöttl und setzte nach: “Wir sind eine Industrieregion und das müssen wir bleiben. Ich frage mich, warum Markus Vogl und Johann Singer sich nicht laut aufzuschreien trauen.” Singer ist ÖVP-Nationalratsabgeordneter, seine Kollege Vogl (SPÖ) auch MAN-Betriebsrat.

Der freiheitliche MAN-Betriebsrat Patrick Holländer wünschte sich eine tatsächlich loyale Interessenvertretung für die betroffenen Arbeiter: “Arbeitsplätze kommen aus der Industrie, nicht von Sonntagsreden.”

Sozialdemokraten setzen auf Wirtschaftskrieg

Maßgebliche Gewerkschafter sprechen sich bereits offiziell für jene Sanktionen gegen Russland aus, die heimische Arbeitsplätze vernichten. Die vorgebliche Arbeiterpartei SPÖ ist ebenfalls stramm auf EU-Kurs. Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos versuchte die wirtschaftspolitische Einmischung Österreichs durch Sanktionen in einen fremden Konflikt zu rechtfertigen: “Dabei sind Sanktionen ein geeignetes Mittel, um Druck auf Russland auszuüben.”

Die FPÖ und Gerhard Deimek halten dem zum einen Österreichs Neutralität entgegen. Zum anderen habe die Regierung mit den Österreichern solidarisch zu sein und nicht mit fremden Plutokratien, betont Deimek.

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