Eva Dichand setzt ÖVP-nahen Rainer Newald in die Geschäftsführung von heute

Die Gratiszeitung “Heute” wird bis heute den roten Stallgeruch nicht los, auch wenn Herausgeberin Eva Dichand von “reinen Verschwörungstheorien” spricht und der Rechercheplattform dossier.at mit Klagen droht, sollte diese behaupten, dass “Heute” der SPÖ gehört. Wie berichtet, hatte dossier.at herausgefunden, dass die Gründung von “Heute” vom damaligen Wiener Wohnbaustadtrat und heutigen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) maßgeblich unterstützt wurde.

Vieles spricht dafür, dass hinter “Heute” die Genossen stecken. Die stärksten Indizien dafür liefern Wolfgang Jansky, der plötzlich den Pressesprecher-Job beim Wohnbaustadtrat hinschmiss und Geschäftsführer der Zeitung wurde, und Günther Havranek: Der Steuerberater und Treuhänder, der 2010 von der SPÖ zur Sanierung der Parteifinanzen gerufen wurde, spielt im “Heute”-Netz eine zentrale Rolle. Jedenfalls wurde ein Stiftungs-Wirrwarr geschaffen, bei dem wohl nur noch Wirtschaftsjuristen durchblicken und das offenbar für Verwirrung sorgen sollte.

Neuer Geschäftsführer mit ÖVP-Nähe

All das Bemühen, das vermutlich dazu dienen sollte, die Nähe zur SPÖ zu verschleiern, nützte wenig, um das Image einer Genossen-Zeitung loszuwerden. Vielleicht deshalb wartet Eva Dichand nun mit einer neuen Überraschung auf: Ab 13. Oktober werde Rainer Newald gemeinsam mit Wolfgang Jansky das Printgeschäft als Geschäftsführer leiten. Newald sei der ÖVP zuzuordnen, betont Dichand in der Tageszeitung Die Presse. Mit der neuen Geschäftsführung sei “Heute” vielmehr quasi großkoalitionär aufgestellt. Ein Schelm, wer nun denkt, dass Dichand mit dieser Aussage indirekt die Nähe zur SPÖ bestätigt hat. Denn in der großen Koalition sitzt neben der ÖVP auch die SPÖ.

84 Millionen Euro von öffentlichen Stellen

Man könnte Dichands Outing auch so werten, dass die Regierung mit SPÖ und ÖVP nun eine eigene Zeitung hat. Mit einem roten und einen schwarzen Geschäftsführer. Streng nach alten Proporz-Richtlinien. Das Reinholen eines ÖVP-nahen Managers in die Geschäftsführung bringt zudem wohl auch wirtschaftliche Vorteile. Denn schon in den vergangenen Jahren haben laut dossier.at öffentliche Stellen, wie Ministerien oder Stadt Wien, sowie regierungsnahe Unternehmen sage und schreibe 84 Millionen Euro in Form von Inseraten in die Gratiszeitung gepumpt. Die vom Steuergeld finanzierten Anzeigen kamen von Organisationen, die vornehmlich im Einflussbereich der SPÖ stehen. Mit Newald in der Geschäftsführung könnten vielleicht öffentliche Stellen im Nahbereich der Schwarzen die Schatulle noch weiter öffnen und mit dem Geld der Steuerzahler den wirtschaftlichen Erfolg der Gratiszeitung noch weiter verbessern.

Belegschaft nach Istanbul eingeladen

Der wirtschaftliche Erfolg der Zeitung ist – auch aufgrund der vielen Inseratenschaltungen der parteinahen Organisationen – unbestritten. Laut Recherchen der Journalisten für die Webseite dossiert.at können sich die Gesellschafter in den zehn Jahren des Bestehens von “Heute” rund 38,5 Millionen Euro an Gewinnen ausschütten. Da kann die Belegschaft locker zu einem Trip nach Istanbul eingeladen werden, was “Heute”e anlässlich des Jubiläums machte. Mit den Schwarzen im Boot könnte sich beim nächsten Fest der Zeitung sogar eine Reise nach Rio de Janeiro ausgehen.

 

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