Werner Hammer: Bundesheer wird bewaffnete Katastrophenschutztruppe

Die Empörung in Bevölkerung und Belegschaft ist groß. Die Bundesheerreform scheint mehr Probleme mit sich zu bringen, als sie vorgeblich lösen soll. Oberst Werner Hammer, Spitzenkandidat der AUF-AFH bei der bevorstehenden Personalvertretungswahl, mit Unzensuriert.at im Gespräch über die Zukunft des Bundesheeres und das Versagen der Regierung.

Verteidigungsminister Gerald Klug spricht von einer Reform. Welchen Ausdruck würden Sie für die Sparmaßnahmen beim Bundesheer wählen?
Hammer: Das sind keine Sparmaßnahmen, sondern damit wird die militärische Landesverteidigung in Österreich ruiniert. Das Land ist nicht mehr verteidigungsfähig. Und eines muss allen klar sein. Katastrophenschutz und Assistenzeinsätze sind Nebenaufgaben, die ein funktionierendes Heer nebenbei mit erledigen kann; mit Landesverteidigung im militärischen Sinne hat das nichts zu tun. Österreich macht sich gerade wehrlos.

Wie wurden die Maßnahmen von der Truppe aufgenommen?
Hammer: Die Berufssoldaten sind von der Politik und ihrer militärischen Führung größtenteils schwer enttäuscht. Sie fühlen sich hintergangen und von der Politik verkauft, auf dem dekadenten Jahrmarkt der Spaßgesellschaft. Aber die meisten sind auch der Meinung, dass uns die Demontage des Bundesheeres noch einmal teuer zu stehen kommen wird, denn ein Land, das sich nicht verteidigen kann, wird zum sicherheitspolitischen Vakuum einerseits und zum Spielball der Mächte andererseits

Welchen Effekt hat der großflächige Einsatz des Rotstiftes auf die Einsatzfähigkeit unseres Heeres? Ist – ganz zu schweigen von der territorialen Landesverteidigung – der Katastrophenschutz noch gewährleistet?
Hammer: Das Heer wird, im Sinne der Vorstellungen der SPÖ aus den Jahren 1989-90 über ein „Bundesheer light“, zu einer leicht bewaffneten Katastrophenschutztruppe umgewandelt. Damals ist der SPÖ die Jugoslawienkrise quasi über Nacht dazwischen gekommen – und aus war’s mit dem Bundesheer light, weil man gesehen hat, wie schnell sich Krisen entwickeln können. Jetzt nach 25 Jahren kommt eben ein neuer Vorstoß zu Demontage einer wirksamen Landesverteidigung.

Worin Sehen sie den Grund für diese wenig umsichtige Politik?
Hammer: In der mangelnden Bildung der Politiker, vor allem im sicherheitspolitischen und historischen Bereich. Nur eine starke Landesverteidigung und ein wehrhaftes Österreich garantieren den Frieden für unser Land, man muss nur in die Geschichte zurückschauen und die Schweiz in den letzten 200 Jahren betrachten – wehrhaft, aber dafür kein Krieg. Die naiven Ansätze der Gutmenschen, die das Militär abschaffen wollen, funktionieren eben nicht.

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