Kelle: “Die Feministin möchte mich unbedingt befreien”

Die Initiative Freiheitliche Frauen (IFF) lud zu ihrem Bundeskongress in Salzburg am 3. und 4. Oktober 2014 die freie Journalistin und Autorin, Birgit Kelle, als Gastrednerin ein. In einem scharfsinnigen und durchaus amüsant vorgetragenen Referat hielt die Autorin des Buches “Dann mach doch die Bluse zu” ein Plädoyer für die Entscheidungsfreiheit von Frauen und ihren Familien. Das alltägliche Privatleben sollen sie selbst je nach Bedürfnissen und Wünschen organisieren können und auch dürfen.

Die Politik mache mit dem Kampf für Frauenquoten und dem Drängen der Frauen in den Arbeitsmarkt – auch wieder möglichst bald nach der Geburt eines Kindes – einen Schritt zu weit. “Das Familienleben partnerschaftlich zu organisieren ist eine zutiefst private Angelegenheit. Wer hat der Politik den Auftrag gegeben zu definieren, was partnerschaftlich ist?”, richtete Kelle in Richtung jener familienpolitischer Vorreiter, die mehr wirtschaftspolitisch agieren würden, als Familienpolitik im originären Sinne zu betreiben.

Die Lüge von der Vereinbarkeit

Für Kelle sind es nicht die Frauen und die Familien, die bei der Forderung, mehr Frauen ins Erwerbsleben zu bekommen, applaudieren würden, sondern die Wirtschaftsverbände. Und hier kommt der vielstrapazierte Begriff der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ins Spiel: “In meinen Augen eine der größten Lügen in der Familiendebatte, weil es überhaupt keine Vereinbarkeit gibt”, betonte Kelle. Sie erklärte, dass man als Mutter kleine Kinder und Berufstätigkeit nicht vereinbaren, sondern “höchstens addieren und dann erschöpft auf der Couch zusammenbrechen” könne. “Die Politik versteht darunter jedenfalls, jene Zeit auszuweiten, die unsere Kinder woanders verbringen, damit wir genug Zeit für den Arbeitsmarkt haben”, ergründete Kelle, selbst vierfache Mutter, die Begrifflichkeit und dahinterstehende wirtschaftliche Intensionen.

Zwangsbefreiung durch die Feministin

“Es gibt nicht nur einen Frauenwillen”, wie Birgit Kelle betonte. Frauen, die sich dafür entschieden haben, bei ihren Kindern zu bleiben, würden sich derzeit in jener Situation befinden, ihren Lebensentwurf ständig gegen die vermeintlich befreienden feministischen Ansätze verteidigen zu müssen. Wo den Frauen unbedingt angeraten werde, durch ständige Berufstätigkeit Unabhängigkeit zu erlangen. Kelle hielt dafür eine Erklärung parat, nämlich: “Die Feministin möchte mich unbedingt befreien.”

Was jedoch hinter dieser vermeintlichen Befreiung zu verstehen ist, sei für die Mehrzahl der Frauen nicht befriedigend. Hier würden feministische und wirtschaftspolitische Forderungen eine sonderbare Allianz eingehen. Die unentgeltlich geleistete Arbeit einer Hausfrau und Mutter müsse dringend sichtbar gemacht und Wege gefunden werden, wie dies honoriert werden könne. Wenn sich erst einmal der Wille etabliere, auf politischer Ebene zuzulassen, dass die Perspektive auf Familie, auf Frau-Sein legitim ist, dann würde sich auch die Wahlfreiheit zwischen den verschiedenen Lebensmodellen etablieren können, sieht Kelle einen vielversprechenden Weg.

Über Kelles Vortrag berichtet das aktuelle FPÖ-TV-Magazin (direkt zum Beitrag bei 9:30 Minuten):

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