Barbara Rosenkranz: Die Familie lebt!

Die etablierten Eliten in Politik und Medien versuchen seit Jahren die klassische Familie für tot zu erklären. Erst jüngst behauptete ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner: Die Politik habe darauf zu reagieren, dass das Leitbild “Vater, Mutter, Kind mit Ehe” heute höchstens auf 20 oder 30 Prozent der Österreicher zutreffe; der Rest verfolge ganz andere Lebensentwürfe. Ist das so?

Kolumne von Barbara Rosenkranz

Die nüchternen Fakten der Statistik Austria sehen anders aus: Die klassische Familie (verheiratete Eltern mit Kindern) ist bis heute die weitverbreitetste Form des Zusammenlebens in Österreich. 87 Prozent der Kinder wachsen in einem gemeinsamen Haushalt mit zwei Eltern auf. Als ehemaliger Familienminister weiß Mitterlehner das. Doch warum behauptet er dennoch, die Familie sei nur mehr ein gesellschaftliches Randphänomen? Es ist das gesellschaftliche Wunschbild der politischen Klasse von Grünen über SPÖ bis hin zur “modernisierten” ÖVP. Und für diesen Wunschgedanken – und nicht für die in der Realität lebenden Menschen – wird diese Politik gemacht. Damit soll aus dem “Traumziel” Realität werden.

Verzerrtes Weltbild

Nicht nur die Politik, auch die Medien versuchen dieses Ideal als scheinbare Realität darzustellen. Im Jahr 2005 wurde eine Studie des Adolf-Grimme-Instituts präsentiert, die das Familienbild im deutschen Fernsehen unter die Lupe nahm. Vergleicht man die dargestellten Lebensformen mit der Realität, ergibt sich ein völlig verzehrtes Bild. Die Zustände im Fernsehen werden weitaus desolater dargestellt, als sie es in der Realität sind: Im Film gibt es doppelt so viele Singles und dreimal so viele Alleinerziehende als in der tatsächlichen Statistik. Die Fernsehfrau bekommt lediglich 0,48 Kinder und wird damit sogar von ihren männlichen Filmkollegen übertrumpft (0,6). In der Realität sind es aber 1,3 Kinder pro Frau. Immerhin 57 Prozent aller Deutschen sind verheiratet, aber nur 11 Prozent der Filmprotagonisten leben in einer Ehe. Genau dieses gesellschaftliche Zerrbild dient den politischen Entscheidungsträgern als Legitimation für ihre familienfeindliche Politik.

Eltern sind gerne bei Kindern

Dennoch: Trotz all dieser Versuche, die klassische Familie und Ehe zu diskreditieren, sind genau diese Werte bei Jugendlichen weiterhin hoch im Kurs: Das zeigen regelmäßig Untersuchungen, wie der Jugendmonitor: Drei Viertel der österreichischen Jugendlichen wollen selbst einmal eine eigene Familie gründen. Auch die eigenständige Betreuung der Kinder liegt ihnen am Herzen: Fast 80 Prozent der Befragten geben an, dass Kinder bis drei Jahre hauptsächlich von den Eltern zuhause betreut werden sollten. Während sich die 68er und ihre Nachfolgegeneration angesichts dieser Jugend verzweifelt fragen, “was haben wir nur falsch gemacht?”, ist es für alle Zukunftsorientierten ein positives Signal: Die Familie lebt!


Barbara Rosenkranz ist Abgeordnete zum Nationalrat.

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