Journalisten erledigen politische Drecksarbeit für SPÖ und ÖVP

Die FPÖ kämpft laut aktuellen Umfragen um Platz eins in der Gunst des österreichischen Wählers und vor der Wien-Wahl nächstes Jahr ist der Vorsprung der SPÖ ziemlich zusammengeschmolzen. Das Hausblatt des Bürgermeisters ist bereits der Panik nahe. Man sollte also meinen, dass SPÖ und ÖVP auf Hochtouren arbeiten, um einen weiteren Aufstieg der Freiheitlichen zu verhindern. Doch die Regierungsparteien sind dazu wohl zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Sie haben es auch nicht nötig, sich in der tagespolitischen Debatte die Hände schmutzig zu machen, denn diese Aufgabe übernehmen bereitwillig Österreichs Medien. Sie sind der letzte ernstzunehmende Gegner der FPÖ und werden dafür durch Millionen und Abermillionen aus Regierungsinseraten gut entlohnt und bei Kräften gehalten.

Journalisten springen für Parteisekretariate ein

Ein aktuelles Beispiel: Als in einer Presseaussendung der FPÖ zu ihrem Steuerentlastungsmodell die Begriffe „Netto“ und „Brutto“ durcheinander gerieten, waren es nicht die Parteisekretariate der Konkurrenz, die sich darüber lustig machten. Denen fiel das offenbar gar nicht auf. Es waren Journalisten, die versuchten, daraus eine Staatsaffäre zu machen – an ihrer Spitze der für seine Abneigung gegenüber den Freiheitlichen bekannte ORF-Fernsehsprecher Armin Wolf.

Ganz ähnlich lief es, als die NGO „Transparency International“ die Zusatzeinkommen der EU-Parlamentarier unter die Lupe nahm und eine höchst fehlerhafte Liste lieferte. Das Einkommen, das FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky als Generalsekretär seiner Partei bezieht, war doppelt ausgewiesen. Seinem Parteikollegen Georg Mayer wurde sein früheres Gehalt als Landtagsabgeordneter hinzugerechnet, obwohl er diese Funktion zeitgleich mit der Übernahme des EU-Mandats aufgab.

Neuer „Skandal“: Ein Gehalt für den FPÖ-General

Die merkwürdigen Methoden der Transparenzwächter – in der Kronen Zeitung wurden sie gar als „Korruptions-Ermittler“ bezeichnet – waren den Medien kein kritisches Wort wert. Dafür prangerte die Krone den Umstand an, dass Vilimsky für seine Management-Tätigkeit in der FPÖ überhaupt ein Gehalt bezieht. Wieder eine journalistische Fleißaufgabe im Interesse der angeschlagenen Regierungsparteien mit dem Ziel, die FPÖ anzupatzen. Denn von Rot und Schwarz hatte zuvor niemand „Feuer!“ geschrieen ob Vilimskys Zusatzeinkommen. Wie denn auch? Norbert Darabos, der Bundesgeschäftsführer der SPÖ, kassierte laut Parlaments-Homepage im Jahr 2013 mehr als 10.000 Euro monatlich neben seiner Nationalrats-Gage von 8.400 Euro. Und auch ÖVP-General Gernot Blümel macht seine Arbeit wohl nicht alleine für Mitterlehners warmen Händedruck.

Champagnisieren mit Darabos

Die FPÖ verlieh in einer Twitter-Debatte ihrer Hoffnung Ausdruck, dass Krone-Schreiber Richard Schmitt als Dank für seine Berichterstattung von Darabos wenigstens ab und zu zum Essen eingeladen werde. Schmitt antwortete: „Klar, täglich. Und dazu trinken wir Champagner & lachen über Brutto für Netto“ – Wer die Ironie nicht erkennt, ist nicht zwingend humorlos, sondern vielleicht nur Realist. Puls-4-Infochefin Corinna Milborn wusste unlängst ja von ähnlichen Zusammenkünften zwischen Politik und Medien zu berichten.

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