Ex-Justizministerin Bandion-Ortner verharmlost Enthauptungen in Saudi-Arabien

Die ehemalige Justizministerin und nunmehrige Vize-Generalsekretärin des größtenteils von Saudi-Arabien finanzierten König-Abdullah-Dialog-Zentrums in Wien, Claudia Bandion-Ortner, sorgt mit einem Interview im Nachrichtenmagazin profil für Aufregung. Darin relativiert sie Saudi-Arabiens Justizpraktiken der öffentlichen Auspeitschungen und Todesstrafen durch Enthauptungen.

Enthauptungen “nicht jeden Freitag”

Angesprochen auf die katastrophalen menschenrechtlichen Zustände in dem Königreich – alleine dieses Jahr wurden bereits 59 Menschen öffentlich enthauptet – meinte Bandion-Ortner dies geschehe ja “nicht jeden Freitag”, trotzdem sei sie aber gegen die Todesstrafe. Bei ihrer Arbeit dürfte die ehemalige Justizministerin aber trotz dieses Widerspruches keine Gewissenskonflikte haben. Generell zieht Bandion-Ortner eine “positive Bilanz” der ersten zwei Jahren des umstrittenen Dialog-Zentrums. Saudi-Arabien mische sich nicht in die Angelegenheiten des Zentrums ein, obwohl dieses maßgeblich von dem Öl-Staat finanziert wird. Sogar über ihre persönlichen Eindrücke bei einem Besuch in Saudi-Arabien berichtete sie beeindruckt.

Vollverschleierung für Frauen “praktisch”

Angesichts der absoluten Rechtlosigkeit von Frauen in Saudi-Arabien sind die Worte Bandion-Ortners über ihren Besuch wie eine schlechte Satire zu lesen. So meinte sie, als Frau wäre es sicher “nicht einfach” in dem islamischen Staat zu leben. Als emanzipierte Frau hätte sie sicher “einige Schwierigkeiten”. Nette Worte angesichts der Tatsache, dass Frauen weder Autofahren noch ohne männliche Begleitung und Vollverschleierung vor die Türe gehen dürfen. Trotzdem sei sie in dem Land gut und nett behandelt worden.

Die Vollverschleierung der Frauen in Form der Burka hielt Bandion-Ornter sogar für ein praktisches und angenehmes Kleidungsstück, da sie es auch selbst tragen musste. Bei einer anschließenden Diskussion in einer Frauengruppe fühlte sie sich sogar wie in Österreich. Langfristig glaubt Claudia Bandion-Ortner, das Dialog-Zentrum in Wien könne in dem streng islamischen Staat etwas verändern.

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