MilRG-Schülerin: Bitte erhaltet unsere Schule!

Mein Name ist Julia, ich bin 18 Jahre alt, gebürtige Salzburgerin und zurzeit besuche ich das Militäroberstufenrealgymnasium an der Theresianischen Militärakademie, kurz MilRG, in Wiener Neustadt. Das ist ein Oberstufenrealgymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und hört sich nach einem gewöhnlichen BORG an, jedoch, wie man aus dem Schulnamen schon erkennen kann, ist es alles andere als gewöhnlich.

Gastbeitrag einer Schülerin des MilRG Wiener Neustadt

Für mich war immer klar, dass ich nach meiner Pflichtschulzeit etwas Spannendes, Außergewöhnliches und Einzigartiges machen will, worauf ich später mit Stolz zurückblicken kann. Auf einer Berufsinformationsmesse in Salzburg fiel mir dann sofort der Stand des Bundesheeres ins Auge. Dort informierte ich mich über etwaige Ausbildungsmöglichkeiten und erfuhr schlussendlich, dass die Möglichkeit besteht, direkt nach der Unterstufe eine Karriere beim Heer einzuschlagen.

Das MilRG stellte jedoch gewisse Ansprüche an seine Bewerber, was in der heutigen Einheitszeit schon fatal erscheint. Bei einer Aufnahmeprüfung musste man zuerst einen schulischen Eignungstest machen, danach ging es zur Sportüberprüfung (2000-Meter-Lauf und 100 Meter Schwimmen) mit zeitlichen Vorgaben. Ebenfalls musste man sich vor einer Kommission rhetorisch beweisen. Nach einem harten Jahr voller Training meldete ich mich also zur Aufnahmeprüfung an. Aus persönlichen Gründen konnte ich diese erste Chance nicht nutzen. Jedoch trat ich ein Jahr später zur Aufnahmeprüfung an, da es mir immer noch sehr viel bedeutete. Jeder Teil der Prüfung konnte von mir positiv abgeschlossen werden, und so durfte und konnte ich nun als frische “Frau Zögling” einrücken.

In der ersten Woche stand das Kennenlernen des militärischen Dienstplanes am Programm. Wir exerzierten, führten Orientierungsübungen durch, lernten Erste Hilfe und vieles mehr. Seit diesem Zeitpunkt ziehe ich tagtäglich meine olivfarbene Uniform an und gehe in den Unterricht. Nun besuche ich die 8. Klasse und maturiere heuer. Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, sehe ich sehr viele positive Momente.

Reiten, Tauchen und Fallschirmspringen

Ich genoss eine sehr gute Reitausbildung, absolvierte einen Fallschirmsprungkurs, Apnoe-Tauchkurse, Nahkampfkurse, viele Märsche (MilRG intern, aber auch internationale wie den Ostarrichi-Marsch) und vieles mehr. Ein für mich besonders wichtiger Aspekt war und ist jedoch, dass ich Freunde fürs Leben gefunden habe, die für mich wie eine zweite Familie sind. Auf meine Kameraden kann ich mich immer verlassen und sie sich auch auf mich.

Ich habe also mein Ziel erreicht. Ich mache etwas, auf das ich bereits jetzt schon stolz bin. Ohne diese Schule hätte ich wohl viele dieser Momente nicht erlebt und mir auch viele Eigenschaften, welche stark zu meiner Persönlichkeitsbildung beitrugen, nie angeeignet. Diese einzigartige Schule soll es jedoch bald nicht mehr geben. Sie soll geschlossen werden. Mit der Schließung des MilRG würde sich das Bundesheer angeblich 10 Millionen Euro sparen – ein Betrag, den niemand glaubt. Das Internat wird von den Eltern mitfinanziert (mit über 600.000 Euro im Jahr), die Lehrer werden vom BMBF bezahlt, nicht vom BMLVS, etc..

Wir kämpfen für unsere Schule!

Dies lassen wir SchülerInnen uns nicht einfach so gefallen. Wir kämpfen für den Erhalt dieser in Österreich einmaligen Schule. Seitens der Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleitung, Offiziere sowie zahlreicher Politiker (Stadt Wiener Neustadt, Land NÖ etc.) gibt es bereits harte Kritik an diesen Plänen. Auf Facebook wurde eine Seite mit dem Namen “Rettet das Militärrealgymnasium” erstellt, welche schon nach wenigen Tagen die “Gefällt-mir”-Anzahl der offiziellen Bundesheerseite (die seit acht Jahren besteht) beinahe erreichte. Ebenfalls gibt es eine Online-Petition, die schon knapp 16.000 Unterschriften beinhaltet.

Als 18-jährige Schülerin des MilRG bitte ich hiermit nachdrücklich, uns zu unterstützen, damit wir unsere Schule nicht verlieren. Denn nach guten vier Jahren ist dies für mich und meine Mitschüler nicht mehr nur eine Schule, sondern ein zweites Zuhause. Lassen wir uns das nicht wegnehmen! Geben Sie der Petition Ihre Unterschrift und helfen uns, jungen Österreichern und Österreicherinnen, diese einzigartige Schule zu erhalten!

Das FPÖ-TV-Magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über den Protest von Schülern, Eltern und Lehrern. Sie überreichten die Petition vor dem Parlament unter anderem an FPÖ-Obmann HC Strache und den freiheitlichen Wehrsprecher Marion Kusnaek. Die FPÖ spricht sich vehement gegen die Schließung der Schule aus (Beitrag ab 13:32 Minuten).

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