Demo gegen Imam-Schule: Moslem befürchtet Eskalation

Groß war die Empörung im Juni, als bekannt wurde, dass in Wien-Simmering eine türkisch-sprachige Schule für islamische Geistliche, sogenannte Imame, entstehen soll. Die Bauarbeiten in der Florian-Hedorfer-Straße sind bereits in vollem Gang. Das Projekt der „Imam-Hatip-Schule“ soll vom türkischen Religionsamt initiiert worden sein. Voll dahinter steht auch die Islamische Föderation, die mit Fuat Sanac den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft stellt, und enge Kontakte zur umstrittenen Milli-Görüs-Bewegung unterhält. Diese stand in Deutschland wegen ihrer fundamentalistischen Ausrichtung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Die geplante Schule kann also getrost als Projekt des „offiziellen Islam“ in Österreich bezeichnet werden, konterkariert jedoch durch die rein türkisch-sprachige Ausbildung sämtliche Bemühungen, die Ausbildung der Imame unter staatliche Kontrolle zu bringen, etwa durch deutschsprachige Universitäts-Lehrgänge.

Distanzierungsversuch nach Baugenehmigung

Kaum bekannt, distanzierten sich die Regierungsparteien von dem Projekt – kaum glaubwürdig allerdings, wurde der Bau doch in der von der SPÖ dominierten Simmeringer Bezirksvertretung genehmigt. Die Bezirksroten wollen von der Imam-Schule nichts gewusst haben, beteuern sie jetzt. Es sei lediglich von einem Kindergarten und Erwachsenenbildung die Rede gewesen. Die Schule wird wohl kein Öffentlichkeitsrecht zugesprochen bekommen, jedoch wollen das die Betreiber gar nicht. An dem Umstand, dass ihre Absolventen danach in Österreichs Moscheen predigen dürfen, wird das nichts ändern. Über die zwiespältige Haltung gegenüber dem radikalen Islam berichtet aktuell das FPÖ-TV-Magazin.

Während Rot und Schwarz sich mit der Schule wohl zähneknirschend abfinden werden, artikuliert die FPÖ mit einer Demonstration ihren Protest. Für kommenden Donnerstag, den 6. November, um 17 Uhr haben die Simmeringer Freiheitlichen zu einer Kundgebung vor der Baustelle in der Florian-Hedorfer-Straße 21 aufgerufen. Wiens FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus wird dort sprechen.

FPÖ ruft für Donnerstag zu Demonstration auf

Das wiederum passt weder moslemischen noch linken Vertretern. Die extremistische „Linkswende“ hat zu einer Gegendemonstration aufgerufen, und Tarafa Baghajati von der „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“ verunglimpft schon im Vorfeld die Teilnehmer am Protest aufs Übelste: „Neonazis und Rassisten dürfen nicht das demokratische Demonstrationsrecht missbrauchen, um Aggression und Hass gegen die muslimische Bevölkerungsgruppe zu schüren“, wird er von der Austria Presse Agentur zitiert. Nachsatz der APA: „Sollte es dennoch zu einer Eskalation kommen, gibt er (Baghajati, Anm.) schon jetzt der FPÖ und Parteichef Heinz-Christian Strache persönlich die Schuld daran.

Aus Erfahrung weiß man in Österreich, dass Eskalation im Umfeld von FPÖ-Veranstaltungen von den Linksextremisten ausgeht. Baghajati, der möglicherweise auch Gewalt von radikalen Muslimen befürchtet, schiebt die Schuld daran jedoch vorsorglich im Stil der klassischen Täter-Opfer-Umkehr den Freiheitlichen zu. Unterstützt wird er dabei von den Medien, die eine letzte Woche in Köln stattgefundenen Kundgebung von „Hooligans gegen Salafisten“ als Schreckgespenst an die Wand malen.

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