TU-Rektorin wirft RFS kurz vor Veranstaltung aus zugesagtem Hörsaal

Bereits im August wurde von den verantwortlichen Personen des Rings freiheitlicher Studenten (RFS) ein Hörsaal an der Technischen Universität zum Zweck eines Vortrags reserviert und dies auch vom Rektorat bestätigt. Vor einigen Wochen begann sodann auch die Bewerbung dieser Veranstaltung, bei der em.o.Univ.Prof. Dr. Werner Kuich, FPÖ-Bildungssprecher Dr. Walter Rosenkranz und der Bundesvorsitzende des RFS, Alexander Schierhuber, über die Bildungspolitik diskutieren sollten. Knapp zwei Tage vor der geplanten Veranstaltung sagte das Rektorat der TU jedoch die Reservierung begründungslos ab. Die Veranstaltung findet heute um 18 Uhr dennoch statt, und zwar im nahe der TU gelegenen Cafe Resselpark.

Geschmackloses Verhalten der Rektorin

Nicht schlecht staunten am Dienstag die Organisatoren des Vortrags “Intelligenz, Bildung, Wissenschaft – Quo vadis?”, als sie eine E-Mail von Rektorin Sabine Seidler erhielten, in der ihnen ohne Begründung der Saal für die Veranstaltung verwehrt wurde. In dem Glauben, dass es sich nur um einen Irrtum handeln könne, baten sie um abermalige Prüfung der Lage und Bereitstellung des Hochenegg-Saals.

Als keine Reaktion von Seiten der Universität erfolgte, machten sich die Veranstalter auf den Weg zu einem terminlich vereinbarten persönlichen Gespräch mit der Rektorin. Als diese dort jedoch zu Mittag eintrafen, wurde ihnen von Seidler jedoch persönlich die Türe vor der Nase zugeschlagen – dies mit den wenig akademischen Worten “Na, sie haben sicher keinen Termin bei mir!”.

TU-Professor empört über Seidler

Schockiert von diesem Sachverhalt, wandte sich Werner Kuich als emeritierter Professor an der TU mit folgenden Worten an das Rektorat:

Es liegt der Verdacht nahe, daß die Rücknahme der Bewilligung zur Benützung des Hochenegg-Hörsaals aus politischen Gründen erfolgte. Sollte sich dieser Verdacht bewahrheiten, liegt der Verdacht des Amtsmißbrauchs der dafür verantwortlichen Person nahe. Ich bitte Sie, der für die Rücknahme der Bewilligung verantwortlichen Person die Weisung zu erteilen, die Bewilligung neuerlich zu erteilen. Dies auch, um Schaden von der Technischen Universität abzuwenden.

Antwort erhielten bis vor wenigen Stunden weder Kuich noch das Organisationsteam, welches sich ebenfalls schriftlich an die Universität gewandt hatte. Schließlich äußerte sich auch der Nationalratsabgeordnete Walter Rosenkranz empört:

Mit ihrem Vorgehen legt sie einen Totalitarismus an den Tag, wie man ihn sich sonst höchstens von einer Universität in der ehemaligen DDR erwartet hätte, und in Österreich schon längst überwunden glaubte.

Fadenscheinige Begründung

Inzwischen traf auch eine Begründung des Rektorats ein, in der es heißt, dass der RFS an der TU kein Mandat bei den ÖH-Wahlen erlangt habe und daher keine Berechtigung zur Veranstaltung des Vortrags habe. Außer Acht gelassen hat Seidler allerdings, dass der RFS sehr wohl auf Bundesebene ein Mandat erlangen konnte und eine wahlwerbende Gruppe ist. Bereits bei Vertragsabschluss im August war diese Tatsache bekannt. Es liegt also der Verdacht nahe, dass das “fehlende” Mandat zwei Tage vor der Veranstaltung als Absagegrund fingiert wurde.

“Wir erwarten uns seitens des TU-Rektorats eine klare Begründung für den Hörsaalentzug. Dass sich nun nämlich erst im Nachhinein TU-Juristen eine passende Ausrede überlegen müssen, zeigt, dass diese Aktion nicht nur dreist, sondern auch noch plump vorbereitet gewesen ist”, findet auch RFS-Bundesobmann Schierhuber.

Stattfinden wird die Veranstaltung wie bereits geplant dennoch heute, am 6.11.2014 um 18.00 Uhr! Verlegt wird lediglich der Ort auf das nahegelegene Cafe Resselpark.

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