25 Jahre nach dem Mauerfall: Politik und Medien feiern ihre „Heldentaten“

Deutschland hat den Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren ausgiebig gefeiert. Selbstredend mit jeder Menge Wortspenden aus Politik und Medien, die das Glücksgefühl beschreiben, das angesichts der nun greifbar nahen Wiedervereinigung emporstieg. Eine (selbst)kritische Beleuchtung der Beiträge gerade dieser beiden Gruppen bleibt naturgemäß aus. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass es hauptsächlich dem jahrzehntelangen Druck aus den westdeutschen Parteien und Redaktionen zu verdanken war, dass die Schandmauer fiel und zusammenwuchs, was zusammengehört.

Kommentar von Unzensurix

Die Realität war freilich eine andere. Die SPD hatte die Wiedervereinigung abgehakt, auch in der CDU wurde sie nicht mehr mit großer Vehemenz betrieben. Das führte soweit, dass all jene, die die Teilung Deutschlands nach wie vor mit großer Vehemenz bekämpften, als Ewiggestrige und Revanchisten abgestempelt wurden. Erst als – freilich ohne Zutun der Regierenden und Meinungsmacher im Westen – das Volk in der DDR aufstand, wurde die deutsche Wiedervereinigung aus der Mottenkiste geholt, und Helmut Kohl packte die Gelegenheit beim Schopf, die sich vor allem durch das politische Tauwetter in der Sowjetunion ergab.

Wenn einem Menschen aus dem Medienbetrieb Dank für seine Verdienste gebührt, dann ist es Axel Springer, der Gründer des großen Verlagshauses, das unter anderen die Zeitungen Bild und Welt herausgibt. Springer jedoch war von der Politik seiner Zeit so frustriert, dass er kurzfristig sogar eine eigene Partei rechts der CDU gründete. Ähnlich engagiert für die Wiedervereinigung trat seit der Trennung die Deutsche Burschenschaft (DB) ein, dieser gerade im heutigen Deutschland vom Establishment besonders entschlossen bekämpfte Dachverband von Studentenverbindungen. Im Vorjahr wurde die DB dafür im österreichischen Parlament mit der Franz-Dinghofer-Medaille ausgezeichnet.

Deutschland ist eine manipulative Mediengesellschaft

Man könnte es Politikern und Journalisten nachsehen, dass sie sich heute als Helden des Mauerfalls feiern, wenn sie die sich daraus ergebende Chance wenigstens genutzt hätten. Wenn sie Deutschland zu einem freien und demokratischen Land entwickelt hätten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Deutschland ist heute eine manipulative Mediengesellschaft, die seinen Bürgern die gewünschte Meinung vorgibt, ja geradezu einbläut. Man denke an die zahlreichen Verstöße gegen das Objektivitätsgebot in der Berichterstattung über die Ukraine-Krise. Dass sich der Spin dieser Berichte mit der Ausrichtung der Regierenden voll deckt, ist ein weiteres Indiz für das deutsche polit-mediale Kartell. Eine Schande, dass gerade Michail Gorbatschow das der deutschen Politik zum Jubiläum verdeutlichen muss!

Auch gesellschaftspolitisch wird die Gesinnung vorgegeben. Multi-Kulti ist uneingeschränkt gut. Die „Willkommenskultur“ wird so weit ausgereizt, dass sich die Deutschen nun sogar selbst fragen sollen, warum denn Jugendliche sich dem „Islamischen Staat“ anschließen und in den Dschihad ziehen. Subtil wird versucht, den Bürgern einzureden, dass sie nur ein wenig netter zu den Zuwanderern sein müssten, um solche Entwicklungen zu verhindern. Gleichzeitig wird die Keimzelle der Gesellschaft -die Familie aus Mutter Vater und Kindern (in Zeiten wie diesen ist die genaue Definition leider nötig!) – diskreditiert und als Auslaufmodell abgetan, während die grellsten Formen häuslichen Zusammenlebens und sexueller Orientierung als besonders avantgardistisch gelten und – mit Steuergeld – entsprechend abgefeiert werden.

Totale Überwachung durch Geheimdienste

Wer aus diesem Meinungsraum ausschert, ist sofort verdächtig, wird überwacht und – sobald er sich öffentlich äußert – genau durchleuchtet. Dank der deutschen Hörigkeit gegenüber den US-Überwachern ist das heute lückenlos möglich. Dass das deutsche Bundesverfassungsgericht immerhin die umstrittene Vorratsdatenspeicherung untersagte, ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, sichert doch der Bundesnachrichtendienst in Zusammenarbeit mit der NSA diese Daten ohnehin – zwar illegal, aber effektiv.

Das wiedervereinigte Deutschland tritt die Grund- und Freiheitsrechte seiner Bürger heute also genauso mit Füßen, wie es die DDR tat – wenn auch subtiler. Um sie mundtot zu machen, muss man die Menschen heute nicht mehr ins Gefängnis stecken, wenngleich auch dafür – Stichwort „Verhetzung“ – die gesetzlichen Möglichkeiten ausgebaut bzw. stärker genutzt werden. Der Kabarettist Dieter Nuhr kann davon aktuell ein Lied singen, wenn auch die Ermittlungen gegen ihn rasch eingestellt wurden. Bei weniger Prominenten reichen oft schon „antifaschistische Tipps“ an Arbeitgeber oder Vermieter, um Menschen mit der falschen Meinung zu bestrafen.

Gesinnungskontrolle mit deutscher Gründlichkeit

Diese bevormundende und bestrafende Gesellschaftspolitik der „Political Correctness“ ist freilich nicht spezifisch deutsch, wird jedoch von der Berliner Administration mit geradezu akribischer Gründlichkeit erledigt – einer der wenigen „deutschen Tugenden“, die sich die Gegner dieses Begriffs zunutze machen.

Deutschland gängelt seine Bürger jedoch nicht nur in gesellschaftspolitischen Fragen, sondern enteignet sie auch durch die verhängnisvolle Politik der „Euro-Rettung“. Deutschland wird zum Zahlmeister der EU. Das Gesparte der Deutschen wird von der Nullzinspolitik weggefressen, während die Bürger gleichzeitig mit immensen Summen einspringen mussten, um Pleitestaaten und Pleitebanken wieder aufzupäppeln. Dass der Euro – und dessen permanente Stützung durch die Deutschen – der mit den einstigen Alliierten festgelegte Preis für die Wiedervereinigung gewesen sein soll, hat sich durch die Realität längst bestätigt.

In diesem Umfeld werfen die Feiern zum Mauerfall nicht nur die Frage auf, wer berechtigt ist, sich für seinen Beitrag zu den Ereignissen zu feiern. Wesentlich drängender ist die Frage, was denn überhaupt gefeiert wird.

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