RFS: Intelligenz. Bildung. Wissenschaft. Quo Vadis?

18. November 2014 - 15:00

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) lud vor Kurzem zu seinem ersten hochschulpolitischen Vortrag  im Wintersemester 2014 ein. Bildung und Wissenschaft werden von der österreichischen Politik grundsätzlich stiefmütterlich behandelt. Ein deutliches Zeichen dafür war die Abschaffung des Wissenschaftsministeriums im Herbst 2013, aber auch die momentan geplante Schließung des sehr erfolgreichen und beliebten Militärrealgymnasiums in Wiener Neustadt. Statt die strukturellen und vor allem finanziellen Anliegen des Schul- und Hochschulsektors anzugehen, wurden die Probleme durch die Einführung des Bolognasystems und des Schulversuchs "Gesamtschule" nur verlagert. Bildungspolitik benötigt als Grundlage ein wissenschaftlich orientiertes Menschenbild. Die Bedeutung der Intelligenz ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Menschenbildes.Die Referenten Prof. Dr. Werner Kuich, NAbg. Dr. Walter Rosenkranz und Obmann des RFS, Alexander Schierhuber nahmen sich dieser Thematik des Vortrags an.

TU Wien erteilte eigenem Professor (quasi)  Hausverbot!

Als Veranstaltungsort wurde der EI 5 Hochenegg Hörsaal am Elektrotechnischen Institut der TU Wien angemeldet, der nach dem Burschenschafter und ehemaligen Rektor der TU Wien, Carl von Hochenegg, benannt ist. Ohne Vorwarnung jedoch wurde der Vertrag über die Nutzung des Hörsaals zwei Tage vor der Veranstaltung von Seiten der TU Wien gebrochen. Trotz Rückfrage von Prof. Kuich und NAbg. Dr. Rosenkranz war die Rektorin, Prof. Seidler, nicht bereit, Gründe dafür zu nennen. Kurz nachdem der  Hörsaal storniert wurde, meldete die ÖH einen „Filmabend“ für genau den selben Zeitraum im EI 5 Hochenegg an. Ein Sicherheitsbediensteter der TU Wien bewachte den Haupteingang des Hörsaals und verwehrte den Eintritt.

Durch einen Hintereingang war es dennoch möglich, besagten Hörsaal zu betreten. So wurde ersichtlich, dass der Raum den ganzen Abend leer stand und die Anmeldung der ÖH nur dem Zweck diente, den RFS zu verdrängen. Es ist daher anzunehmen, dass die Absage des Hörsaals aus politischen Gründen geschah. Die Podiumsdiskussion wurde deshalb kurzfristig in das nahe gelegene Cafe Resselpark verlegt, was der Begeisterung und dem Interesse der rund 50 Teilnehmer aber keinen Abbruch tat.

Intelligenz wird vererbt

Prof. Kuich, Emeritus für Mathematische Logik und formale Sprachen, beschäftigt sich seit geraumer Zeit über Sekundärliteratur mit dem Thema Intelligenz. Ähnlich wie Körpergröße oder Gewicht, wird Intelligenz zu einem großen Teil vererbt. Eine kleinere, aber nicht vernachlässigbare Komponente, üben äußere Einflüsse, wie Erziehung und Ausbildung, aus. Es müsse daher Ziel einer fortschrittlichen Bevölkerungspolitik sein, besonders jungen Studenten und Akademikern ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Die momentane Politik verfehlt dieses Ziel leider klar. Stattdessen werden besonders bildungsferne Migrantenschichten subventioniert. Umso höher der Bildungsgrad, desto geringer ist momentan die Anzahl an Kindern pro Familie.

Lehrberuf ohne Not aufgegeben

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Lehrberuf im dritten Lager nicht mehr en vogue, die Anzahl von Lehrenden aus dem national-freiheitlichen Lager ist verschwindend gering, während alt 68'er und andere vermeintliche Weltverbesserer an die Schulen und Bildungseinrichtungen stürmen. Rosenkranz, Obmann des Unterrichtsausschusses, legt es daher besonders jungen Studenten ans Herz, sich wieder um den Bildungsbereich zu kümmern. Die Berufschancen stünden gut, Österreich steuere in den nächsten Jahren auf einen Lehrermangel hin. Schon Karl Jaspers sagte: „Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet.“ 

Der Abend wurde durch einen kurzen Abriss über die aktuelle Situation in der Österreichischen Hochschülerschaft durch den RFS-Bundesobmann, Alexander Schierhuber, abgerundet. Auch wenn der RFS eine Minderheitenposition in der ÖH einnimmt, wird es gerade darum ein Ziel sein, bei den ÖH Wahlen 2015 im Hinblick auf die Lösung der aktuellen hochschulpolitischen Problemstellungen die Themenführerschaft zu erlangen.

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