Deutsches Jugendwort: Türkischer Begriff auf Platz 2

Das deutsche Jugendwort wird jedes Jahr gewählt und aus einer Reihe eingereichter Wörter von einer Jury bewertet. Mittels Internetabstimmung werden die besten Ausdrücke in einer Liste aufgereiht. Die Benutzer können mit einer Stimme die Begriffe schon vorab bewerten. Kriterium ist unter anderem die Kreativität, der Verbreitungsgrad und die Aktualität des Begriffes. Den momentanen Platz 2 führt ein türkisches Wort an. Zumindest nach dem Verbreitungsgrad hat der Begriff gute Chancen auf den Platz 1.

Türkischer Begriff für deutsches Jugendwort?

Auf Platz 1 der Seite jugendwort.de findet sich derzeit der Begriff “fappieren”, was eine Umschreibung für die Selbstbefriedigung bei Männern ist. Rund 46% der Nutzer haben dieses Wort auf Platz 1 gehievt und stellen die Jury nun vor eine Herausforderung, die eine Niveauverminderung mit sich bringt.

Doch dem Entscheidungsgremium wird es auch mit dem Wort auf Platz 2 nicht leichter gemacht. Dort findet sich eine Bewertung von 28% für den türkischen Begriff “Hayvan”, was so viel wie Tier bedeutet. Einerseits sollte es auf die positiven Eigenschaften eines Mannes hinweisen, wie beispielsweise seine Muskeln und andererseits auch auf seine negativen, wie etwa triebgesteuertes Denken oder überhaupt fehlendes Denkvermögen.

Begriffe ohne Grammatik

Aber nicht nur diese beiden Wörter verdeutlichen den Niveauverlust bei der Wahl zum deutschen Jugendwort. Unter den weiteren Top-15 Begriffen finden sich etwa Ausdrücke wie “Bitch, please”, was die lässige Antwort an ein Mädchen bedeuten sollte aber es gleichzeitig damit beleidigt. Aber auch “gönn dir” und “läuft bei dir” finden sich unter den 10 besten Begriffen und lassen die herkömmlichen Regeln der deutschen Grammatik damit völlig links liegen.

Linksgerichtet ist auch die Auswahl der Jury, um welche man sich bei der Langenscheidt GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Jugendmesse YOU, der Jugendzeitung YAEZ und der Zeitschrift Mädchen bewerben kann. Dort finden sich großteils Schüler mit Migrationshintergrund und Berufstätige der Zeitungen Welt und Focus wieder. Auch eine Professorin für Romanische Sprach- und Kommunikationswissenschaften führt den Reigen der Jury für das deutsche Jugendwort an.

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