Diskriminierung durch Genderwahn an Unis inakzeptabel

Immer wieder kommt es zur Diskriminierung von Studenten an Österreichs Universitäten und Fachhochschulen wegen Nichtverwendung der umstrittenen „geschlechtergerechten“ Sprache in Prüfungsarbeiten. Einem Bericht der Kleinen Zeitung vom 31. Oktober 2014 zufolge soll ein Student am Wiener Berufsförderungsinstitut (BFI) deswegen schlechter benotet worden sein.

Gastkommentar von Andreas Karlsböck

Ich bin als freiheitlicher Wissenschaftssprecher empört über diese ungeheuerliche und selbstgerechte Vorgangsweise, die jeglicher Rechtsgrundlage entbehrt und zudem gegen das verfassungsrechtlich geschützte Grundprinzip der Freiheit von Forschung und Lehre verstößt. Ich habe daher im Nationalrat eine entsprechende schriftliche Anfrage an Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) betreffend Diskriminierung von Studenten wegen Nichtverwendung der umstrittenen „geschlechtergerechten“ Sprache in Prüfungsarbeiten gerichtet.

Keine Regelung durch Normungsinstitut

Auslöser für meinen Entschluss war die im zitierten Bericht der Kleinen Zeitung offensichtlich werdende Selbstherrlichkeit von Mitgliedern des Lehrkörpers. Das Kollegium des BFI habe nämlich beschlossen, heißt es in dem Bericht, dass Studenten Bachelor- oder Masterarbeiten in einer „geschlechterneutralen Form“ abzufassen hätten. Andernfalls drohe bei Prüfungsarbeiten Punkte-Abzug oder gar eine negative Beurteilung. Und das, obwohl das österreichische Normungsinstitut Austrian Standards darauf verzichtet hat, geschlechterneutralen Umgang mit Sprache überhaupt zu normieren. Nachdem das „Komitee für Büroorganisation und schriftliche Kommunikation“ von Austrian Standards angeregt habe, auf Binnen-I und andere Gender-Formen völlig zu verzichten und dessen Chefin sogar vor der „Durchsetzung zweifelhafter politischer Ziele“ gewarnt habe, sei ihre Gruppe Anfang September wegen „schwerwiegender Verstöße gegen Grundregeln der Normungsarbeit“ vom Institut kurzerhand aufgelöst worden, heißt es im Bericht der Kleinen Zeitung weiter.

Abgesehen von der Aufklärungsbedürftigkeit letztgenannter Vorgangsweise zeigt der Zeitungsartikel meines Erachtens exemplarisch, welch groteske Formen der Sprachfeminismus bereits angenommen hat und wie dreist eine Minderheit von 10 bis 15 Prozent ideologisch offensichtlich verwirrter Personen sich über bewährte Konventionen und althergebrachte Schreibweisen hinwegsetzt, die von 85 bis 90 Prozent der Bevölkerung ausdrücklich gewollt werden – auch und gerade von vielen Frauen!

Unter dem Deckmantel der sprachlichen Gleichstellung von Mann und Frau wird von feministischer Seite suggeriert, in den traditionell männlichen Personenbezeichnungen seien Frauen „nur mitgemeint“ bzw. „gar nicht abgebildet“. Sie verkennen, dass das sogenannte „generische Maskulinum“ seit jeher strikt geschlechtsneutral zu verstehen ist und sich nur wegen seiner Kürze und leichteren Lesbarkeit durchgesetzt hat. Die ständige Betonung der Geschlechterdifferenz lenkt nämlich nur vom wesentlichen Textinhalt ab. Doch den ideologisch motivierten Befürwortern von Binnen-I & Co geht es ohnehin nicht um die Sache selbst, sondern um „das Setzen von Zeichen“ – auch um den Preis von Unlesbarkeit und ästhetischer Entstellung, vulgo: „Sprachverhunzung“. Das haben mittlerweile auch viele Prominente durchschaut.

„Es wird die Probleme nicht lösen, wenn sich Feministinnen weiter mit dem Binnen-I und Gender-Ideologie beschäftigen, statt sich mit der Bedrohung der fundamentalen Rechte und Stellung der Frau, etwa durch die Islamisten, auseinanderzusetzen“, schreibt etwa Gudula Walterskirchen unter der Überschrift „Attacke auf die Stellung der Frau – kein Thema für Feministinnen“ in einem Gastkommentar in der Presse.

Offener Brief gegen das Binnen-I

In die gleiche Kerbe schlägt auch ein offener Brief von 800 Sprachkritikern gegen die „Zerstörung der Sprache durch Binnen-I und von oben verordnete Verunstaltungen“, von dem ebenfalls in der Presse ausführlich berichtet wurde.

Ich darf zusammenfassen: Aus gutem Grund haben das Binnen-I und andere umstrittene, so genannte „geschlechtergerechte“ Schreibweisen bislang weder in den bekannten Regelwerken der deutschen Sprache (z.B. im Duden) Eingang gefunden, noch sind sie je rechtsverbindlich (z.B. durch Ö-Normen) geworden. Ihr Gebrauch ist ausschließlich ideologisch motiviert. Das beweisen auch die jüngsten Umtriebe der ÖH an der Uni Klagenfurt. Seit Binnen-I & Co das öffentliche Aus droht, ergehen sich die linken „IdeologInnen“ in neuen absurden Wortschöpfungen. Provokation um jeden Preis?

Wir Freiheitliche werden diese undemokratische und selbstherrliche „Zwangsbeglückung“ jedenfalls nicht widerstandslos hinnehmen. Denn Forschung und Lehre sind kein gesellschaftspolitisches Experimentierfeld.


Nationalratsabgeordneter Dr. med. univ. Andreas F. Karlsböck ist praktizierender Mediziner, Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses, FPÖ-Wissenschaftssprecher und freiheitlicher Gesundheitspolitiker.

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