Niederlande holen Goldreserven aus USA zurück

Die Niederlande machen Ernst mit ihrem Vorhaben, wieder souverän über die eigenen Goldreserven verfügen zu wollen. Vor kurzem wurden nicht weniger als 122,5 Tonnen Gold von der niederländischen Zentralbank (DNB) aus den USA in die Niederlande zurückgeholt. Damit sind wiederum 31 Prozent der niederländischen Goldbestände im eigenen Land. Weitere 20 Prozent liegen in Ottawa (Kanada) und 18 Prozent in London. In New York verbleiben weiterhin die restlichen 31 Prozent der niederländischen Goldbestände. Zuvor waren es 51 Prozent gewesen. Die Niederlande besitzt insgesamt 612,5 Tonnen Gold – etwa das Doppelte von Österreich (280 Tonnen).

Mit dieser Goldrückholaktion der DNB möchte Den Haag den Kalten Krieg auch währungspolitisch ein Stück weit beenden. Einer der Hauptgründe für die großen Goldbestände im Ausland war nach 1945 nämlich die potentielle Gefahr aus dem kommunistischen Osten gewesen.

Gold in den USA nicht mehr zeitgemäß

Dass über 50 Prozent der eigenen Goldreserven in den USA liegen, sei nach Aussagen eines Sprechers der DNB einfach „nicht mehr zeitgemäß“. Bei den anderen Standorten Ottawa und London soll vorerst keine Reduktion der Lagerbestände erfolgen. Die USA waren seit 2000 auch deshalb Standort von mehr als 50 Prozent der DNB-Bestände, da das seinerzeit in Australien gelagerte Gold damals nach New York transferiert worden war. 

Zu den praktischen Gründen, einen Großteil der Goldreserven im Inland zu stationieren, tritt aber auch eine weitere wirtschaftspolitische Komponente: Die USA werden von immer mehr Staaten auf der Welt nicht mehr als die Wirtschafts- und Währungsmacht Nummer eins anerkannt. Zuletzt stellte etwa Kanada mit China seine Handelsbeziehungen vom US-Dollar auf den chinesischen Yuan um. 

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