Finanzministerium: 65.000 Euro für Mahrers Ex-Firma

Man findet in einem Bundesministerium offensichtlich immer einen Weg, um öffentliche Gelder auszugeben und lukrative Aufträge zu vergeben. Es profitieren davon meistens parteinahe Firmen und Netzwerke wie etwa die ehemalige Firma des ÖVP-Staatssekretärs Harald Mahrer. Mahrer machte in seiner Zeit als Geschäftsführer der PR-Agentur Publico von 2006 bis 2010 gute Geschäfte mit den unterschiedlichsten Bundesministerien. So musste im Finanzministerium, damals geführt von Josef Pröll (ÖVP), sogar der Internethandel von Medikamenten formal herhalten, um gute Geschäfte mit Parteifreunden zu machen. Eine entsprechende Anfrage der freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Dagmar Belakowitsch-Jenewein an Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) brachte dies nun zu Tage.

So wurde in „Kooperation“ mit der Apothekerkammer eine „zielgruppenorientierte Information der Öffentlichkeit zum Verkauf von gefälschten Medikamenten über das Internet“ durchgeführt. Dass eigentlich das Gesundheitsministerium für Medikamentenzulassungen zuständig ist, dürfte damals keinen der Verantwortlichen interessiert haben.

65.000 Euro für ein ressortfremdes Gesundheits-Projekt

Nicht weniger als 65.000 Euro war dieses gesundheitspolitische Konzept dem Finanzministerium im Jahr 2010 wert. Als Begründung wurde von Schelling unter anderem folgender Leistungskatalog in der Anfragebeantwortung angeführt:

Erstellung eines Grobkonzepts sowie in weiterer Folge eines Detail-Konzepts zur Bewusstseinsbildung (14.000,- Euro); Gesamtkoordination der Informationstätigkeit ( 6.000,- Euro); Laufende Projektbetreuung (6.000,- Euro); Gesamtkoordination (8.000,- Euro); Laufende Projektbetreuung (6.000,- Euro); Mediaplanung & Koordination (3.000,- Euro); Publizitätsmaßnahmen ( 6.000,- Euro); Gesamtkoordination (8.000,- Euro); Laufende Projektbetreuung (6.000,- Euro).

Besonders kurios: Im Jahr 2013 – Mahrer war also nicht mehr Geschäftsführer der Publico – ließ man dieser Firma im Zusammenhang mit der Schaltung eines Inserats in der Zeitschrift Gewinn noch ein pauschales Agenturhonorar von 150 Euro zukommen.

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