Verdient sich “Spar” ein “Körberlgeld”?

Vor allem zur Weihnachtszeit liefern sich heimische Supermarktketten eine regelrechte Preisschlacht. Bis zu 20 Prozent auf das Sortiment ab einem Einkauf von 20 Euro am Samstag, den 6.12.2014, ist auf Inseraten einer Supermarktkette zu vernehmen. Dennoch sollte man wirklich nachrechnen, ob die Angebote, die beworben werden, tatsächlich bei der Bezahlung an der Kassa auch berücksichtigt werden. Wie unzensuriert.at zugespielt wurde, hat ein Kunde an der Kassa mehr bezahlt, als auf einer Werbung angegeben wurde.

Bier teurer als beworben

Konkret dürften offenbar Kunden, die bei der Supermarktkette “Spar” heute und morgen das Bier “Ottakringer Helles” einkaufen, mehr zahlen. Zum Sachverhalt: Es heißt beim “Monatsparer”, dass jede Dose Bier statt 79 Cent nur 55 Cent kostet, wenn man 24 Dosen einkauft. Das heißt, jede Dose kostet um 24 Cent weniger. Am Freitag, den 5.12.2014 und am Samstag, den 6.12.2014 koste es gar nur 41 Cent aufgrund eines weiteren Rabatts von 25 Prozent. Ein Schnäppchen! Ein Kunde kaufte in einer Spar-Filiale in Ottakring auf Anhieb 48 Dosen. An der Kassa schien allerdings die Summe von 19,80 Cent auf. Der Käufer wusste allerdings im Vorhinein, dass die Summe 19,68 Euro ausmachen muss.

Verwundert zog der Einkäufer mit der Rechnung nach Hause und prüfte nach. Auf der Rechnung werden zwei Einkäufe von 24 Dosen Bier angeführt. Gerechnet wird 24 mal 0,79 Cent, was die Summe von 18,96 Euro ergibt. Angeführt wird dann ein “Mengenrabatt”, der 5,76 Euro wieder abzieht (24 Cent Abzug pro Dose). Ergibt 13,20 Euro für 24 Dosen Bier. 48 Dosen kosten 26,40 Euro. Hinzu kommt dann der Rabatt von 25 Prozent (-6,6 Euro), was eine Summe von 19,80 Euro ergäbe.

Allerdings heißt es in der Spar-Werbung, dass es bei einem 24er-Tray eine Ersparnis von 9,12 Euro gibt. Also nochmals zum Nachrechnen: 48 Dosen zu je 79 Cent ergibt 37,92 Euro. Ersparnis für zwei 24er-Trays wäre daher 18,24 Euro. 37,92 weniger 18,24 Euro ergibt 19,68 Euro. Und selbst wenn man die 41 Cent auf 48 Einkäufe hochrechnet, kommt man auf die Summe von 19,68 Euro.

Nach Beschwerde lenkte “Spar” ein

Der Kunde marschierte nochmals zur Filiale, kaufte weitere 48 Dosen und weigerte sich allerdings dann bei der Kassa, die angeführten 19,80 zu zahlen. Zeitgleich zog er die Werbebroschüre samt seiner Berechnungen hervor, was die Verkäuferin zum Einlenken brachte. Der Kunde zahlte um 12 Cent weniger und forderte zeitgleich die 12 Cent seines ersten Einkaufs zurück.

Aufrundung führt zu Preisschwankung

Wo liegt der Hund begraben? Der erste Rabatt besagt, dass eine Dose statt 79 Cent nur 55 Cent kostet. Und 25 Prozent von 55 ergibt 13,75 Cent. Aufgerundet sind das 14 Cent, weshalb jede Dose mit 41 Cent beworben wird. Diese Aufrundung führt allerdings dann bei der Kassa zu Irritationen. Ob der Fehler im Nachhinein behoben wurde, ist noch unklar. Die Rechnungen des Käufers wurden nicht korrigiert. Der Käufer erhielt allerdings in Summe die 24 Cent zurück. Freilich handelt es sich nur um einen kleinen Betrag, bei dem andere Käufer locker ein Auge zudrücken würden. Dennoch geht es hier ums Prinzip. Fakt ist, dass Spar mit 41 Cent UND einer Ersparnis von 9,12 Euro pro 24er-Tray wirbt. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass österreichweit die Kunden für den Kauf der Bier-Dosen mehr zahlen, als Spar in seiner Werbung angibt und Spar damit wesentlich mehr einnimmt als beworben wird. Ein Köbergeld? Vermutlich nicht beabsichtigt. Der Kunde beschwerte sich gegenüber unzensuriert.at dennoch über die “Konsumententäuschung”. Einkäufer sollten daher immer gut nachrechnen.

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