Der FPÖ-Antrag zur Streichung des Binnen-I wurde abgelehnt

Bild: Emu / wikimedia (free)
FPÖ-Antrag zur Abschaffung des Binnen-I abgelehnt

Die Diskussion rund um das Binnen-I und eine gendergerechte Sprache scheint im Land der Berge nicht abzureißen. Erst kürzlich sprach sich das Normungsinstitut gegen die Verwendung eines Großbuchstabens mitten im Wort aus. Ein Antrag im Nationalrat von Freiheitlichen Abgeordneten wurde jedoch von SPÖ und ÖVP abgelehnt. Dabei sollte in erster Linie das Binnen-I im Verwaltungsbereich des Bundes gestrichen werden und die Bundesministerin für Bildung und Frauen aufgefordert werden, eine klare Regelung zu treffen.

Keine Einsicht von linker Seite

„Die Sprache dient der klaglosen Verständigung und nicht der Durchsetzung zweifelhafter politischer Ziele. Großbuchstaben gibt es nur am Wortanfang oder bei durchgehender Schreibweise in Blockbuchstaben, das weiß schon jedes Volksschulkind. Außerdem: Gleichbehandlung ist ein Ziel, das auf der Ebene des Faktischen vorangetrieben werden muss. Welcher Frau hat das Binnen-I zu einem besseren Job oder zu mehr Bezahlung verholfen?“, erörterte schon im März dieses Jahres Walburg Ernst, die Vorsitzende des Komitees zur  Regelung des Schriftverkehrs im Österreichischen Normungsinstituts gegenüber der Wiener Zeitung.  

Sich dieser Argumentation anschließend, wurde ein unmissverständlicher Entschließungsantrag zur Streichung des Binnen-I von Wolfgang Zanger, Carmen Gartelgruber und weiteren FPÖ-Abgeordneten im Mai dieses Jahres eingebracht. Verhandelt wurde er knapp ein halbes Jahr später, am 5.November 2014, um kurz darauf die Besprechungen wieder zu vertagen. 

Politisches Ziel höher als Meinung der Bevölkerung

„Aus Sicht der unterfertigten Abgeordneten sollte die jüngst aufgeflammte Diskussion betreffend die Abschaffung des Binnen-I auch seitens des Bundes zum Anlass genommen werden, die Verwendung des Binnen-I zu überdenken bzw. aus den dargelegten Gründen als ersten Schritt im Wirkungsbereich der Ressorts wieder fallen zu lassen“, heißt es im Antrag der freiheitlichen Abgeordneten.

Anfang Dezember wurde das Gespräch schließlich im Gleichbehandlungsausschuss wieder aufgenommen und der Entschließungsantrag wurde von SPÖ, ÖVP, Team Stronach, Grünen und Neos abgelehnt. Genannte Parteien sprachen sich entgegen der Meinung der breiten Öffentlichkeit und klarer Position aus dem Normungsinstitut nicht für eine eindeutige Ablehnung des unleserlichen Binnen-I aus und halten weiter an ihrer politischen Zielsetzung fest. Besagten Personen sei es weiterhin wichtig, Frauen auch im sprachlichen Bereich "sichtbarer" zu machen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

  Dieses Video könnte Sie auch interessieren:
Copy link