Muslimische Geiselnahme in Sydney

Seit einigen Stunden werden mitten in der Innenstadt von Sydney in einem Café Geiseln von einem mutmaßlichen Islamisten genommen. Der mit Christbäumen und weihnachtlicher Deko geschmückte zentrale Martin Place in Sydney zieht somit unfreiwillig die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. Fünf Geiseln konnten mittlerweile fliehen, zuvor mussten sie jedoch eine islamistische Flagge in die Auslage des Cafés hängen. 15 Geiseln sollen sich von Beginn an in dem Café der Firma Lindt & Sprüngli befunden haben.

„Allah ist groß“

Nach mehr als fünf Stunden konnten erst drei Männer über Notausgänge flüchten und danach nochmals zwei Frauen. Zu sehen war während dieser Zeit die Flagge des Islamischen Staates (IS) mit weißen Zeichen auf schwarzem Grund. Die Botschaft: „Allah ist groß“.

Rund um den Platz, an dem sich das Schauspiel zur Stunde immer noch ereignet, ist auch der Finanzmarkt lahmgelegt. „Der Premierminister hat dort ein Büro, viele Banken liegen dort, das Oberste Gericht, das Sydney Hospital liegen in der Nähe ebenso das US-Konsulat. Der Sender Channel 7, der dort sitzt, musste seinen Newsroom räumen“, berichetet die Welt.

Nicht als terroristischer Akt verbucht

Die Polizei steht mit dem Mann laut eigenen Angaben zwar in Kontakt, konnte aber noch keine Einigung erzielen. Auch über die genauen Hintergründe der Geiselnahme gibt es vorerst noch keine Informationen. In Australien wird dieser Fall darum noch nicht als terroristischer Akt verzeichnet, die Polizei habe nämlich immer noch die Kontrolle. Auch Medien und Polizeibeamte sind bemüht, dies in der Öffentlichkeit weiter so darzustellen. „Wir müssen anerkennen, dass es auch in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die uns verletzten wollen. Australien ist eine friedliche, offene Gesellschaft. Das wird sich niemals ändern. Und ich möchte deshalb alle Australier auffordern, ihrem Business as usual nachzugehen“, richtete Australiens Premier Tony Abbott der Bevölkerung aus.

Sollte ein terroristischer Akt anerkannt werden, hätte die Exekutive die Möglichkeit, das Café zu stürmen und die Geiseln so zu retten.

Nachtrag: Mittlerweile hat die Polizei die Identität des Geiselnehmers bekannt gegeben. Es handelt sich bei dem Mann um einen Iraner, welcher in den letzten Jahren schon mehrfach kriminell aufgefallen ist. So hat er etwa auch Hassbriefe an die hinterbliebenen Familien von toten Soldaten geschrieben. Es laufen außerdem zahlreiche Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs im Zusammenhang mit seiner angeblich spirituellen Heilertätigkeit.

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