Nach außen präsentiert sich die MA48 gerne als kinderlieb, intern dürften aber die Fetzen fliegen.

Bild: PID/Felicitas Matern
MA 48: System von Einschüchterung und Angstmache

Kein Ende der Horrorgeschichten in der MA 48, der Wiener Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark. Der Kurier berichtet nun, dass diesmal zwei Personalvertreter nach Kritik versetzt wurden. Sie müssten statt dem Müllauflegen, wo sie samt Zulagen auf 2.000 Euro kämen, nun Putzarbeiten am Rautenweg erledigen oder Kübel auswaschen und würden bei diesen Tätigkeiten nur noch 1.360 Euro verdienen. Solche Degradierungen sind nicht neu bei der MA 48. Unzensuriert.at berichtete schon mehrmals über Missstände, die man bei einem Betrieb der Stadt Wien nicht vermuten würde.

Personalvertreter Christian Tucek von der neu gewählten Liste Alt-Wien FSG nimmt sich im Kurier kein Blatt vor den Mund: "Es herrscht ein System von Einschüchterungen und Angstmache." Abenteuerliches kommt da zutage – so berichtete ein Kollege gegenüber Tucek: "Ich habe 42er Schuhgröße, die Ausgabestelle gab mir 44er. Auf meinen Hinweis, dass die Schuhe zu groß sind, wurde mir gesagt, dass ich einfach zwei Paar Socken anziehen soll." Als Tucek in einem Arbeitsprozess für einen Mitarbeiter aussagte und gegen die MA 48, war es um ihn und seinem Mitstreiter in der Personalvertretung geschehen. Ab zum Putzdienst, ein Drittel des Gehalts war von heute auf morgen weg.

Keine Degradierung, nur andere Aufgaben

Wer nicht spuren würde oder dem Chef nicht genehm sei, würde auf einen schlechter bezahlten Job versetzt, klagt Tucek im Kurier. Was viele auf die Palme bringt, so auch die ÖVP-Gemeinderätin Karin Holdhaus, die in dieser Causa eine Anfrage im Wiener Gemeinderat einbrachte, lässt die politisch Verantwortliche, Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), offenbar kalt. Sie stellte – laut Kurier – in einem Schreiben an die Personalvertreter fest, dass ihre Versetzung keine sei, das sie nur innerhalb der MA 48 andere Tätigkeiten verrichten würden. Ebenfalls im Kurier kann MA48-Chef Josef Thon die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Es komme immer wieder vor, dass Mitarbeiter für andere Aufgaben herangezogen würden.

Cehfin und Chef ein Paar

Sima wird Thon nicht krisitieren wollen, immerhin sind die beiden ein Paar. Und das dürfte das wahre Problem in dieser Abteilung der Stadt sein, das seit Jahren virulent ist. Am 31. März wurde Bernd T. wegen angeblich zu vieler Krankenstandstage fristlos entlassen. Kurz vor dieser Entlassung hatte er sich in einem E-Mail an verschiedene Medien und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) gewendet, um die "sozialen Zustände wie im Mittelalter in der MA48" zu beschreiben. Er berichtete auch, dass die Fraktion der Sozialdemokratischen Gewerkschafter mit dem Slogan geworben haben soll: „Wann amoi ana am Vortag augsoffn woa, muaß er am nächsten Tag freikriagn.“ Der Slogan gefiel, der Mann wurde tatsächlich gewählt.

Papierln einsammeln auf der Mülldeponie

Bernd T. hatte mit dem Aufwirbeln solchen Mists in der MA 48 in ein Wespennest gestochen und musste dafür büßen. Ihm wurde umgehend die Rechnung präsentiert: Der Müllaufleger wurde nach Bekanntwerden seines Tuns zum Waschen der Mülltonnen und zum Straßenkehren degradiert. Als er auch bei dieser Beschäftigung noch nicht das Handtuch warf, versetzten ihn die – ach so sozialen – roten Arbeitgeber auf die Mülldeponie Rautenweg. Dort durfte er, wie er es selbst formulierte, „Papierln einsammeln“. Es war also alles schon einmal da bei der MA 48. Der Kuirer-Artikel zeigt nur, dass sich an den Missständen offenbar nichts geändert hat.

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