Faymann-Kritiker Norbert Leser gestorben – Unzensuriert

Norbert Leser war Sozialdemokrat und genau deshalb Kritiker von Faymann und Co.

Foto: Bild: Gemälde von Ernst Bader (CC BY-SA 2.0 de)
Faymann-Kritiker Norbert Leser gestorben

Ein kritischer Wegbegleiter der österreichischen Sozialdemokratie ist tot. Am Silvesterabend verstarb im Landeskrankenhaus Eisenstadt Univ.Prof. Dr. Norbert Leser. Der Neffe des ehemaligen burgenländischen SPÖ-Landeshauptmanns Ludwig Leser begleitete als Philosoph und Politikwissenschaftler über knapp fünf Jahrzehnte den Aufstieg und Niedergang der SPÖ in Österreich. Am Beginn seiner Wissenschaftlerkarriere stand der Aufschwung unter Bundeskanzler Bruno Kreisky Anfang der siebziger Jahre.

Die letzten beiden Jahrzehnte waren seit der Ära Franz Vranitzky vom fortlaufenden Niedergang der SPÖ als Partei inklusive Korruption und Machtmissbrauch geprägt. Leser mahnte immer wieder die traditionellen sozialdemokratischen Werte ein und war in den letzten Jahren aus den Reihen der Politikwissenschaftler-Zunft der schärfste Kritiker des jetzigen SPÖ-Spitzenpersonals.

Leser hielt nichts von Faymann und Fischer

Leser hielt jedenfalls weder von Bundeskanzler Werner Faymann noch von Bundespräsident Heinz Fischer als politische Repräsentanten sehr viel. So bezeichnete er den Berufspolitiker Faymann als „Ausgeburt des Apparats“ und Heinz Fischer als „bösen Geist der SPÖ“. Dem Marxismus und Sozialismus stand Leser an seinem Lebensabend ebenfalls sehr kritisch gegenüber, er hielt beide in ihrem Kampf gegen den Kapitalismus für gescheitert.

Auch bei der Ausgrenzungspolitik der SPÖ gegenüber der FPÖ machte Leser nicht mit und bezog als einer der wenigen Politikwissenschaftler in Österreich bereits 2001 in der Jungen Freiheit kritisch gegen die "Faschismuskeule" Stellung.

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