NSA-Überwachung: Nur wenige Verschlüsselungen halten stand

Alle Daten, die ins Internet hochgeladen werden, laufen Gefahr, von Geheimdiensten entdeckt und aufgezeichnet zu werden. Führend sind hier die USA und Großbritannien: Werden nicht modernste Formen der Verschlüsselung angewendet, so ein Bericht des Spiegel, so können die Organisationen fast jede Form der Kommunikation entziffern, selbst wenn versucht wird, sie zu verbergen.

Laut den veröffentlichten Snowden-Dokumenten haben die "Intelligenzagenturen" es längst geschaft, Verschlüsselungen zu knacken, die von ihren Anwendern und Herstellern als besonders sicher betrachtet wurden, wie zum Beispiel die des Internettelefoniedienstes Skype. Im Februar 2011 wurde begonnen, Skype-Datenverkehr aufzusammeln, ist einem Dokument der US-amerikanischen NSA zu entnehmen. Bereits im Herbst desselben Jahres war die Verschlüsselung dieser Daten geknackt, seitdem können alle in diesem Dienst ausgetauschten Informationen abgehört werden.

Geheimdienste forderten Datenbank

Zwar hatte Microsoft, seit 2011 Eigentümer von Skype, zunächst verkündet, man werde "Regierungen den Zugang zu den Verschlüsselungssystemen nicht gewähren", doch kurz darauf wurde Skype durch einen Beschluss des amerikanischen Rats für internationale Geheimdienstüberwachung (FISC) behördlich dazu gezwungen, nicht nur Informationen, sondern seine gesamte Datenbank den Geheimdiensten zur Verfügung zu stellen.

Verschlüsselte Kommunikation als Bedrohung

Die Dokumente zeigen weiterhin, dass die Geheimdienste jegliche Art verschlüsselter Kommunikation als "Bedrohung" wahrnehmen: Vor zwanzig Jahren wäre es noch wahrscheinlich gewesen, dass eine verschlüsselte Nachricht ausländische Geheimdienstinformationen enthält, doch heutzutage kann jeder Internetbenutzer auf starke Verschlüsselungstechnologien zugreifen. Laut den Dokumenten konnten noch nicht alle Algorithmen geknackt werden, deswegen setzen immer mehr Staaten, so auch Deutschland, auf durchgehende Verschlüsselung all ihrer Internetaktivität. Trotzdem sammeln die britischen und amerikanischen Geheimdienste weiterhin auch alle verschlüsselten Informationen, die zu finden sind – denn ist eine Technik erst einmal überwunden, können auch alle verschlüsselten Nachrichten der Vergangenheit damit gelesen werden.

Doch bis jetzt gelten zumindest die Services TOR, TrueCrypt, Zoho oder das Off-The-Records-Protokoll als "große Hindernisse" für die Datensammler. Ein Hindernis "katastrophalen" Ausmaßes ist weiterhin eine Kombination dieser Dienste sowie weiterer Funktionen zur Verschlüsselung von Internet-Chats und dem Internettelefonie-Service ZRTP. Dies führe zu einem "fast vollständigen Verlust der Kommunikation/Anwesenheit des Ziels".

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