SPÖ-Staatssekretärin fordert Babymonat für Homosexuelle – Unzensuriert

Die SPÖ fordert nun auch ein Babymonat für homosexuelle Paare

Foto: Bild: Jörg / flickr.com (CC BY-SA 2.0)
SPÖ-Staatssekretärin fordert Babymonat für Homosexuelle

Beamtenstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) zeigte sich am Montag dieser Woche schwer betroffen über die Zahl der Väter im öffentlichen Dienst, die den Papamonat in Anspruch nehmen. Nur jeder achte Beamte würde dieses Angebot laut dem Standard annehmen. Für homosexuelle Beamte und Vertragsbedienstete gab es bisher überhaupt keinen Vatermonat, weil die Mutter zum Kind fehlt.

Empört zeigt sich die Staatssekretärin aber auch über die Regelung, dass homosexuelle Paare nur am Bezirksamt und nicht am Standesamt heiraten dürften. Und im Falle einer Kindesadoption darf – im Gegensatz zu Paaren, wo es einen Vater und eine Mutter gibt – nur ein Partner zuhause bleiben. Diese Regelung erachtet die SPÖ-Politikerin als „nicht mehr zeitgemäß“ und fordert nun ein Babymonat auch für Schwule und Lesben.

Keine Regelungen für Privatwirtschaft

Sozialpartnern und dem Koalitionspartner ÖVP will sie demnächst einen diesbezüglichen Vorschlag machen und setzt sich für diese nur am Rande wichtige Thematik ein: "Es sollte auch gleichgeschlechtlichen Paaren, die Nachwuchs erwarten, ermöglicht werden, den ersten Lebensmonat des Kindes gemeinsam zu verbringen."

Bereits mit der nächsten Dienstrechtsnovelle sollte eine Änderung dieser Regelungen greifen. Bisher wurde das Vatermonat nur rund 1061 Mal in Anspruch genommen, vor allem beim Militär und Exekutivdienst. Diese Möglichkeit existiert in der Privatwirtschaft bisher überhaupt nicht, nun sollten aber homosexuelle Paare im staatlichen Bereich gleiche Rechte haben wie ihre heterosexuellen Kollegen – wie sie ohne Adoptionsrecht zu den Kindern kommen, bleibt dabei ein Rätsel.

Ein viel wichtigeres Thema, welches derzeit viel mehr Beamte betrifft, scheint Steßl aber nicht so sehr zu bewegen: Im November hat der Europäische Gerichtshof Österreich wegen Altersdiskriminierung verurteilt, da den Beamten Dienstzeiten vor dem 18. Lebensjahr bisher nicht angerechnet wurden und viele bereit sind, diese Ansprüche einzuklagen. Dabei würden Kosten von 2 bis 3 Milliarden Euro entstehen.

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