Der Kirchenbau in der Tuerkei wird von den Behoerden verhindert.

Foto: Bild: Bonninger1990 / wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Türkische Behörden legen Christen bei Kirchenbau Steine in den Weg

Vor 100 Jahren wurde im türkischen Anatolien ein grausamer Völkermord an armenischen Christen begangen. Am Anfang dieses Jahres gedenkt man weltweit der Ereignisse von 1915 und in Anbetracht dieser Tatsache schien es für die türkische Presse eine willkommene Gelegenheit, einen alten Teppich wieder neu aufzurollen. So sollten erstmals seit Gründung der Republik auch wieder Kirchen auf türkischem Boden gebaut werden.

Von Behörden zum Narren gehalten

Diese Ankündigung erwies sich allerdings als Mogelpackung. Vor rund drei Jahren bekam die syrisch-orthodoxe Gemeinde eine Baugenehmigung im Istanbuler Stadtteil Yesilköy. Bis dato konnte aber noch kein Grundstein gelegt werden, da diverse Behörden immer wieder Einsprüche erhoben. So etwa von der Naturschutzbehörde, weil dabei ein Baum gefällt werden müsste. Oder es wurde bemängelt, dass die Quadratmeteranzahl zu groß sei.

Während die christliche Kirche immer noch im Planungsstadium feststeckt, wurde auf dem höchsten Hügel der Stadt bereits eine 30.000 Quadratmeter große Moschee fertiggestellt.

Grundstück ist ein Friedhof

Das Grundstück für den vermeintlichen Kirchenneubau, das der römisch-katholischen Kirche im Jahr 1868 von einem Gemeindemitglied vermacht worden war, wurde 1950 vom Staat eingezogen und in städtischen Besitz überführt. Heute ist das Areal ein Friedhof, und bis 2012 hoffte die römisch-katholische Kirche auf eine Rückgabe ihres Eigentums. Stattdessen wurde diese letzte Ruhestätte der syrisch-orthodoxen Gemeinde als Baugrundstück für die Kirche angetragen.

Eine gesondertes Gotteshaus für diese Glaubensgemeinschaft ist aber nur deshalb nötig, weil Aramäer und Assyrer in den vergangenen Jahrzehnten systematisch aus ihrer Heimat in der Südosttürkei vertrieben wurden. Von der Türkei werden sie im Gegensatz zu Juden, Griechen oder Armenieren nicht als Minderheit anerkannt und teilen sich den Gottesdienst derzeit im Schichtbetrieb mit einer katholischen Kirche.

Wie Hohn klingt da die Klage des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der die wachsende Islamfeindlichkeit in den europäischen Staaten kritisiert. Erdogan wirft den Ländern vor, tatenlos dabei zuzusehen.

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