Zehn ausländische Jugendliche wurden in U-Haft gesteckt.

Foto: Bild: Fritz Jörn / wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)
Mafiöse Bande: 24 ausländische Männer in Salzburg angeklagt

Es ist der 19. Dezember um 5 Uhr morgens, als rund 120 Beamte im Salzburger Pongau 18 Wohnungen stürmen und genaueste Durchsuchungen vornehmen. Neben beschlagnahmten verbotenen Waffen wurden aber auch zehn Jugendliche zwischen 18 und 20 Jahren in Untersuchungshaft gesteckt, da sie monatelang andere junge Männer terrorisiert haben sollen.

Opfer brutal verprügelt

Mittlerweile wurde beim Straflandesgericht auch Anklage gegen weitere 14 Männer erhoben, welche unter dem Decknamen „La Familia“ agierten. Alle 24 mutmaßlichen Täter haben Migrationshintergrund und sind zwischen 16 und 36 Jahre alt. Terrorisiert haben sie vor allem andere ausländische Jugendliche und Männer. Zugeschlagen hat die Polizei mit der Befürchtung, dass es in nächster Zeit zu noch mehr Eskalationen kommen würde.

Die Anklageschriften reichen von schwerer Körperverletzung über Drohung bis hin zur Nötigung in 36 Fällen. Ihre Opfer, ebenfalls mit Migrationshintergrund, haben sie teils schwer verprügelt oder zum Anschaffen genötigt und gepeinigt. Bei den zehn Männern in Untersuchungshaft besteht weiterhin Tatbegehungsgefahr und darum werden auch die jüngsten Angeklagten nicht freigelassen.

Gewaltbereite Parallelgesellschaft

Als Erkennungsmerkmal legte sich die Gruppierung Jacken zu, auf denen Krummsäbel und die Aufschrift „Ich bleib Ghetto“ zu sehen waren. Alle zehn jungen Männer in U-Haft gaben gegenüber den Ermittlern an, dass sie sich als gewaltbereiter Teil einer Parallelgesellschaft fühlen würden. Bei den inhaftierten Männern handelt es sich um Burschen im Alter von 18 bis 20 Jahren, darunter Lehrlinge, Arbeiter und Schüler sowie zwei Arbeitslose. Sechs Beschuldigte sitzen in der Justizanstalt Salzburg, die übrigen in Linz, Wels und Ried schreiben die Salzburger Nachrichten.

Der Salzburger Anwalt Kurt Jelinek verteidigt acht der Beschuldigten und sieht die Vorgehensweisen der Behörden kritisch: „Der Vorwurf, die jungen Leute hätten eine Art mafiöse Vereinigung gebildet, ist sehr zu hinterfragen. Zudem ist die U-Haft-Verhängung bei einigen nicht nachvollziehbar."

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