Vernichtende Kollegen-Kritik an Lorenz-Dittlbachers Interviewführung

Freitagabend unterhalten sich Journalisten auf Twitter, ob der ORF das überhaupt darf. Darf der Staatsfunk an einem Tag, an dem Frankreich von einem weiteren islamistischen Attentat erschüttert wird, den Chef der größten Oppositionspartei ins Studio einladen? Darf man dem Islamkritiker HC Strache an diesem Tag ein Podium bieten? Hätte man ihn nicht einfach „aus Aktualitätsgründen“ wieder ausladen müssen? Darüber unterhalten sich wohlgemerkt Vertreter jener Zeitungen, die sich in diesen Tagen ganz besonders fühlen wie Charlie.

Immerhin, der ORF beließ das lange geplante Strache-Interview, das Teil einer Gesprächsserie mit den Parteichefs um den Jahreswechsel war, im Programm der ZiB2. Die Art und Weise, wie dieses Gespräch von Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher geführt wurde, sorgt jedoch für Diskussionen.

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Auf der Internetseite ORF-Watch, auf der renommierte Journalisten es sich zur Aufgabe gesetzt haben, eine unabhängige Kontrolle des ORF und seines Gebührenmonopols auszuüben, setzt es von zwei Journalistenkollegen harsche Kritik. Werner Grotte schreibt:

Es war ein Lehrstück im sogenannten „Drüberfahr-Journalismus“: Weil FP-Chef Heinz Christian Strache im Interview nicht das sagte, was sich ZiB-Sprecherin Lou Lorenz-Dittlbacher wünschte, redete sie ihm einfach drein. Es entspann sich ein Wortgefecht, bei dem keiner aufgab, aber auch keiner mehr etwas verstand. Wobei der Punkt eindeutig an Strache ging: Er gab ruhige, konkrete Antworten und ließ sich nicht provozieren – aber auch nicht totreden. […] 

Helle Empörung funkelte aus ihren Augen, denn Strache sprach seine Sätze seelenruhig und unaufgeregt zu Ende. Irgendwann musste selbst Lorenz-Dittlbacher erkennen, dass sie so nicht weiterkommt – und bemerkte, dass „so ja keiner was versteht“. Strache gab ihr Recht: „Wenn sie mich dauernd unterbrechen, kann keiner was verstehen“. ORF-Kabarett vom Feinsten, ganz ohne Staatskünstler.

>> Zur Sendungskritik von Werner Grotte auf ORF-Watch:

Die seltsamen Feindbilder der Frau Lorenz-Dittlbacher

Werner Reichel äußerte in seinem Artikel Vermutungen über die Motivation der Moderatorin, die wohl typisch für die Branche ist:

Frau Dittlbacher geht es derzeit so wie den meisten politisch-korrekten Journalisten und Medien. Angesichts der jüngsten sich immer weiter zuspitzenden Ereignisse sehen sie langsam ihre Felle davon schwimmen.

Und weil Angriff die beste Verteidigung ist, versuchte Frau Dittlbacher den FPÖ-Chef mit den schon ziemlich abgenutzen Gutmenschenphrasen wie „mit Ängsten spielen“ und mit  Unterstellungen wie PEGIDA würde zum Hass aufstacheln in die Enge zu treiben. Versuchte. Das ging gründlich daneben, weshalb sie wie ein trotziges Kind Strache permanent unterbrach.

Die Blamage von Frau Dittlbacher hat weniger mit ihrem fehlenden Format zu tun, sondern von allem damit, dass das politisch-korrekte Standard-Geschwurbel angesichts der dramatischen Entwicklungen in Europa zunehmenden skurriler und lächerlicher klingt.

Journalisten machen sich zu Dhimmis der extremistischen Moslems

Um ihr seit Jahrzehnten gepflegtes Weltbild nicht aufgeben zu müssen, würden die Gefahren des Islamismus als „halb so wild“ dargestellt und umso heftiger die bisherigen Feindbilder gepflegt, so Reichel:

Deshalb werden die Rechten von Marie Le Pen bis zur PEGIDA mit jedem weiteren Islamsistenmassaker noch böser und gefährlicher. Und sie merken gar nicht, wie paradox dieses Verhalten ist, wie sie sich freiwillig zu Knechten – oder besser Dhimmis – der extremistischen Moslems machen. Und das alles, weil Leute wie Frau Dittlbacher irgendwann die Lügen, Halbwahrheiten und Vorurteile, die sie permanent über ihre politischen Feinde verbreitet haben, angefangen haben selbst zu glauben. Es ist wirklich absurd, egal ob man die Politik der FPÖ mag oder nicht, aber wer vor PEGIDA-Demonstranten und HC Strache mehr Angst hat, als vor dem IS, bei dem ist das politischen Koordinatensystem und der Sinn für die Realität vollkommen außer Kontrolle geraten.

>> Zum Kommentar von Werner Reichel auf ORF-Watch

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