Zu Pegida, so Merkel, würden rechtschaffende Bürger nicht hingehen.

Foto: Bild: Jacques Grießmayer/ Wikipedia CC BY-SA 3.0
TU Dresden legt Studie vor: Pegida-Teilnehmer „gebildet und parteilos“

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu galt bisher in seinem Ton mäßiger als sein Amtsvorgänger Reccep Tayyip Erdogan. Aber im Zuge seines Deutschlandbesuchs bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte er sein wahres Gesicht und ließ Sensibilität auf dem diplomatischen Parkett völlig vermissen. Davutoglu zog allen Ernstes einen Vergleich zwischen den Pegida-Demonstranten und der Terrorvereinigung Islamischer Staat (IS). Er fand folgende Parallele: Der IS habe in Mossul die Kirchen zerstört mit der Begründung, dies sei eine Stadt nur für Moslems. „Das ist dieselbe Logik, wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre“, sagte Davutoglu der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Merkel: "Hass im Herzen"

Diese Aussage hätte sich die deutsche Bundeskanzlerin Merkel nie und nimmer gefallen lassen sollen. Immerhin ist der IS der grausamen Tötung zahlreicher unschuldiger Menschen schuldig und gilt als die derzeit gefährlichste Terrororganisation der Welt. Diese Terroristen mit Pegida nur im Ansatz zu vergleichen, macht wirklich wütend, nicht zuletzt auch deshalb, weil Angela Merkel die Beleidigung einfach hinnahm und ihren Staatsgast für seine Aussage nicht maßregelte. Wie denn auch? Merkel hatte in ihrer Neujahrsansprache ja selbst vor Pegida gewarnt, davon gesprochen, dass diese Menschen "Hass in ihrem Herzen" tragen würden – und nach dem fürchterlichen Attentat in Paris wird die CDU-Chefin nicht müde, den Satz des früheren deutschen Bundespräsidenten, Christian Wulff, gebetsmühlenartig zu wiederholen: "Der Islam gehört zu Deutschland."

Unzufriedenheit mit der Politik

Zu Pegida, so Merkel, würden rechtschaffende Bürger nicht hingehen. Damit wollte sie wohl den Zustrom zu den "Abendspaziergängen" in Dresden stoppen. Doch das Gegenteil war der Fall: Als sich die Anhänger vergangenen Montag bereits zum zwölften Mal versammelten, waren es so viele Teilnehmer wie noch nie: 25.000! Pegida, so scheint es, ist kein Spuk, der schnell vorüberzieht, sondern eine Bürgerbewegung, die täglich wächst und sich auf ganz Deutschland  ausweitet. Dieses Phänomen hat die TU in Dresden untersucht. Ein Forschungsteam wollte wissen, wer geht hin zu Pegida und welche Motive haben die Demonstranten?

Das Ergebnis wird für Merkel sicher überraschend sein, denn bei den Pegida-Demonstranten handelt es sich nicht um Rechtsextreme, Nazis oder um Bürger, die von der Wende enttäuscht und daher bei Pegida sind. Nein, es sind Menschen, die gebildet und parteilos sind, fand die Studie heraus. An erster Stelle bei den Motiven stehe die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik. Gegen die "Islamisierung des Abendlandes" würde nur ein Viertel der Befragten demonstrieren. Kurz zusammengefasst: Ein typischer Pegida-Anhänger entstamme der Mittelschicht, sei gut ausgebildet und berufstätig. Die Alternative für Deutschland, AfD, hat dies früh erkannt und die Bundeskanzlerin aufgefordert, Menschen nicht zu beschimpfen, die sie gar nicht kennt und mit denen sie noch nie gesprochen hat.

Plasberg hielt Merkel Spiegel vor das Gesicht

Vor wem oder wovor fürchtet sich also die Bundeskanzlerin, dass sie so herzlos mit deutschen Bürgern umgeht und den türkischen Ministerpräsidenten einlädt, damit er über ihre Landsleute wirres Zeug reden kann? Sie fürchtet um den Verlust ihrer Macht. Und um diese zu verteidigen, ist ihr offenbar jedes Mittel recht. Bei der Beurteilung der Menschen, die jeden Montag auf die Straße gehen, um ihren Unmut kundzutun, liegt sie jedenfalls falsch. Das beweist einmal mehr die Studie der TU Dresden.

Peinlich für Merkel war auch die ARD-Sendung "Hart, aber Fair", in der der Moderator Frank Plasberg der Kanzlerin einen Spiegel vor das Gesicht hielt und seinen Studiogast Andreas Scheurer (CSU-Generalsekretär) mit drei Sätzen aus dem eigenen Wahlprogramm konfrontierte – und diese mit Forderungen der Pegida-Demonstranten verglich. Unterschiede gab es kaum, nur dass die CSU Ausländern gegenüber härter formulierte: "Wer betrügt, fliegt." Mit dieser CSU sitzt Merkel in einer Koalition und hat damit überhaupt kein Problem.

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