Die Deutschen wählten den Ausdruck „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres.

Foto: Bild: Christian Soeder/Flickr (CC BY-SA 2.0)
„Lügenpresse“ – ein Unwort der Nazis und Linken

Spät, aber doch machten es die Deutschen den Österreichern nach und wählten das Unwort des Jahres 2014. Hierzulande wurde ja bereits im Dezember der Ausdruck "Negerkonglomerat" zum Sieger gekürt, die Jury der Aktion "Unwort des Jahres" in Deutschland dagegen einigte sich auf die Bezeichnung "Lügenpresse". Bemerkenswert war die Begründung dieser Wahl: Das Wort habe auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffarmierung unabhängiger Medien gedient.

Das Unwort wurde von vier Sprachwissenschaftlern und zwei Journalisten ausgesucht. Anzunehmen, dass sich die beiden Journalisten gegen diesen Begriff zur Wehr setzten und entsprechenden Einfluss auf die Wahl ausübten. Welcher Schreiberling will schon als Lügner dastehen? Und um die Entscheidung noch besser verkaufen zu können, fanden die Jurymitglieder auch gleich heraus, dass das Wort "Lügenpresse" nicht nur von den Nazis verwendet wurde, sondern auch schon als Kampfbegriff im Ersten Weltkrieg diente und inzwischen Teil des Pegida-Vokabulars ist. Gleich "Pegida" zum Unwort des Jahres zu küren, haben sich die Sprachwissenschaftler und Journalisten wohl nicht getraut. Außerdem gab es bei "Lügenpresse" die gute Gelegenheit, wieder einmal die Nazikeule zu schwingen.

Ein Wort der 68er-Studenten

Die "Lügenpresse" als Unwort zu bestimmen, kann aber auch als neuerlicher Versuch gewertet werden, die Pegida schlecht zu reden. Wenn die von den nachweislichen Lügen der Presse erbosten Bürger folgerichtig Schilder mit der Aufschrift “Lügenpresse” hochhalten, wird von linken Presseheinis sofort nachgeforscht, ob in den offensichtlich wichtigsten zwölf Jahren der deutschen Geschichte nicht irgendein Nationalsozialist möglicherweise auch dieses Wort irgendwann einmal in den Mund genommen hat. Aber als die linksextremen 68er-Studenten exakt diesen Begriff ebenfalls verwendeten, krähte kein Hahn danach. Wörtlich war 1968 bei einer Demo auf den Plakaten zu lesen: "Das ist die Lügenpresse BILD BZ Morgenpost Telegraf Abend Tagesspiegel".

Böser Pegida-Rassist outete sich als RTL-Journalist

Das Ganze riecht also schon wieder nach Manipulation. Tatsache ist, dass sich in Deutschland derzeit die Mainstream-Medien gegenseitig übertreffen wollen, wenn es um die Berichterstattungen über die Kundgebungen der Pegida geht. Sehr oft wird nach Beweisen gegraben, um die Teilnehmer der Demos als Rechtsextreme darstellen zu können. Gelingt das nicht, wird bei der Suche nach der "Wahrheit" auch schon mal nachgeholfen. Den Vogel schoss dabei das ARD-Politmagazin Panorama ab. Das interviewte einen vermeintlich bösen Pegida-Rassisten, der sich später aber als RTL-Journalist outete.

 

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