Sozialbericht: Unter Faymann wuchs die Ungerechtigkeit – Unzensuriert

Werner Faymann versprach mehr soziale Gerechtigkeit für Österreich. Tatsächlich aber nimmt die Ungerechtigkeit besorgniserregende Ausmaße an.

Foto: Bild: Werner Faymann/Flickr (CC BY-SA 2.0)
Sozialbericht: Unter Faymann wuchs die Ungerechtigkeit

Mit dem Slogan, er wolle "mehr Gerechtigkeit", hat Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) die Nationalratswahlen 2013 – noch einmal – als stärkste Partei gewonnen. Abgesehen davon, dass die SPÖ Jahrzehnte Zeit hatte, mehr Gerechtigkeit zu schaffen, zeigt nun der Sozialbericht, dass die Ungleichheit immer mehr zunimmt und dass es sich nicht mehr lohnt, sein Einkommen aus Arbeit zu erwirtschaften.

Der am Dienstag vorgelegte Sozialbericht 2013-2014 ist das beste Argument, Faymann und seine SPÖ sofort abzuwählen. Vernichtend für die einstige Arbeiterpartei zeigt der Bericht auf, dass das oberste Fünftel der Bevölkerung in Österreich fast die Hälfte des "Lohnkuchens" bekommt, das unterste Fünftel dagegen nur zwei Prozent. In dem alle zwei Jahre erscheinenden Kompendium erfährt man auch, dass der Rückgang der Lohnquote, also der Anteil der Löhne am Volkseinkommen, in Österreich "stärker als in den meisten europäischen Ländern" war.

Zu viele Teilzeitjobs

Ein Grund für die steigende Ungleichheit zwischen niedrigen und höheren Einkommen ist laut Sozialbericht die "Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse, vor allem der Anstieg der Teilzeitarbeitsplätze". Deren Anteil betrug 2013 insgesamt 29 Prozent. Fast die Hälfte (47 Prozent) aller unselbstständig erwerbstätigen Frauen arbeiten nur Teilzeit. Das schlägt sich natürlich im Gehalt nieder, denn im Durchschnitt kann mit Teilzeitarbeit nicht einmal ein Drittel (30 Prozent) des Lohnniveaus von Vollzeitjobs erreicht werden. Dazu kommt, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen am stärksten durch Ausgaben fürs Wohnen belastet werden. 39 Prozent aus dieser Gruppe geben mehr als 40 Prozent für Wohnen und Energie aus. Jede und jeder Zweite mit niedrigem Einkommen gibt an, bei unerwarteten Ausgaben, die 1.050 Euro übersteigen, "größere finanzielle Einschränkungen" zu erleben.

 

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