Akademikerball: Staatszeitung gibt Blockade-Tipps

Ausgerechnet das offizielle Organ der Republik Österreich, die Wiener Zeitung, gibt in ihrer Freitag-Ausgabe auf einer dreiviertel Seite Tipps, wie man am effektivsten gegen den Akademikerball protestiert, respektive ihn verhindert. „Demo-Training vor WKR-Ball: Linke Aktivisten üben Sitzblockaden und wie man an der Polizei vorbeikommt“ heißt es launig gleich im Titel. Darunter schildert Autorin Bettina Figl, was man beim „Blockadetraining in einem linken Beisl in Wien“ so alles erlebt. Etwa, wie man sich am besten „schwer wie ein nasser Sack“ macht um damit die Polizei am Wegtragen zu hindern. „Ruhig auch einmal laut schreien: ‚Sie tun mir weh‘, das erschreckt die Polizei“, wird die ganz offensichtlich international tätige „Workshop-Leiterin“ der Linken zitiert.

Da wird auch noch so kruden Weltanschauungen viel Platz eingeräumt, etwa wenn eine Anna Pospischil von der „Interventionistischen Linken“ erklären darf, dass sie kein Verständnis dafür hat, dass der Ball als „Treffen rechtsextremer Elite“ überhaupt stattfinden darf. Andersdenkende einfach verbieten, so schön ist die linke Welt also. Dabei scheinen Frau Pospischil und auch die Autorin zu vergessen, dass sich zur Ballsaison so ziemlich jede legale Organisation in der Hofburg einmieten kann, um einen Ball zu veranstalten, so lange sie die Miete zahlt.

„Mehr Blockierer mobilisieren“

Stattdessen übt man sich generalstabsmäßig in organisatorischen Feinheiten. Wir lernen etwa das Bilden von „Demo-Bezugsgruppen“, um „sich in chaotischen Situationen wiederzufinden“. Die Aktivisten üben auch das „Durchfließen“ durch Polizeiabsperrungen, um danach in deren Rücken wieder aufzutauchen. Immerhin will man durch Blockaden und ganz offensichtlich auch mit Gewalt einerseits Gäste und Taxis an der Zufahrt hindern, andererseits die Polizei möglichst effektiv lahmlegen. „Interventionistische Linke“ und „NOWKR“ wollen dazu heuer „mehr Blockierer mobilisieren“, sprich Krawallmacher aus dem Ausland herankarren, wie das schon im Vorjahr geschah. Scheinbar finden sich in Österreich zu wenige davon.

Wie real das Weltbild der Autorin (und damit der Wiener Zeitung) ist, erfährt man am Schluss der Geschichte, wenn sie schreibt, „zwar verliefen die Proteste im Vorjahr großteils friedlich, in der Innenstadt wurden jedoch Fenster eingeschlagen und Steine auf die Polizei geworfen“. Die wilden Straßenschlachten, die zerstörten Autos, das gestürmte Polizeiwachzimmer, die Rauchgranaten-Attacke auf ein Polizeiauto, brennende Mistkübel und verwüstete Geschäftslokale mit einem Schaden von mehr als 500.000 Euro müssen dann wohl auf einem anderen Planeten stattgefunden haben.

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