Oberhauser: Faymann ordnete an, wer ORF-Chefredakteur wird – Unzensuriert

Ist ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nur ein Handlanger der SPÖ?

Foto: Bild: Universität Wien/Flickr (CC BY-NC 2.0)
Oberhauser: Faymann ordnete an, wer ORF-Chefredakteur wird

Die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der ZIB2 werden im ORF von Misstönen begleitet. Der geschasste ORF-Informationschef Elmar Oberhauser verrät der Tageszeitung Standard, dass Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) angeordnet hätte, wer ORF-Chefredakteur wird. Und in der ZIB2-Redaktion rumort es gewaltig, weil Gerüchte die Runde machen, dass der Salzburger Landesdirektor Roland Brunhofer als SPÖ-Wunschkandidat zu einem zentralen Chefredakteur oder Direktor gemacht werden soll.

Brunhofer soll ORF-intern gegenüber Gesprächspartnern erklärt haben, dass er ein Konzept dafür habe, die ZiB 2 sowie auf Twitter besonders umtriebige ORF-Journalisten in den Griff zu bekommen, so der ORF-"Flurfunk" laut APA. So war es auch nicht verwunderlich, dass der ZIB2-Sendungschef Wolfgang Wagner bei einer Feier im ORF vor möglichen Zugriffen auf die Redaktion warnte: "Ich weiß, dass es Gespräche gibt, dass es Leute gibt, die davon reden, die 'ZiB 2' müsse man in den Griff bekommen. Wer die 'ZiB 2' in den Griff bekommen will, macht sie kaputt. Wer die 'ZiB 2' in den Griff bekommen will, schadet dem ORF", so Wagner. Die anwesende Geschäftsführung in Person von ORF-General Alexander Wrabetz und TV-Direktorin Kathrin Zechner bat der "ZiB 2"-Chef um Unterstützung: "Bitte verteidigen Sie diese Unabhängigkeit und lassen sie sich das nicht unter Druck streitig machen."

Kein SPÖ-Mitglied, aber überzeugter Sozialdemokrat

Brunhofer dementierte gegenüber der APA derartige Gerüchte und meinte: "Ich bin kein Mitglied der SPÖ, aber ich sage immer, ich bin überzeugter Sozialdemokrat". Wenn der Generaldirektor glaube, dass er, Brunhofer, für so einen Posten geeignet sei, werde Wrabetz ihm das sagen. Sollte Brunhofer tatsächlich diesen allmächtigen Chefposten bekommen, würde die Tradition weiter gepflegt werden. Das heißt, dass Personen mit der richtigen Parteifarbe an den Schalthebeln des größten österreichischen Mediums positioniert werden sollen. Elmar Oberhauser hatte sich einst gegen die Einmischung der Politik gewehrt. Er wurde 2010 als Infochef vom ORF-Stiftungsrat abgewählt, weil er sich gegen Chefredakteur Fitz Dittlbacher querlegte. Kanzler Faymann selbst soll angeordnet haben, dass Dittlbacher diese Stelle bekommt. Im Standard holt Oberhauser zu neuerlicher Kritik aus: "Für mich ist völlig inakzeptabel, dass die Frau des Chefredakteurs weiterhin die Sendung moderiert." Oberhauser meinte damit Lou Lorenz-Dittlbacher, die Frau des von der SPÖ installierten Chefredakteurs.

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