Puls4-Moderatorin Corinna Milborn tut sich schwer mit neutraler Diskussionsleitung.

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Puls4-Diskussion: “Die FPÖ freut sich, wenn im Mittelmeer Flüchtlinge ertrinken”

Seit dem 2. Februar wissen Puls4-Zuschauer warum die Talk-Sendung "Pro und Contra" so spät in der Nacht, nämlich um 23.05 Uhr, stattfindet. Da schaut kaum jemand Fernsehen und schon gar nicht wirklich politisch interessierte Menschen, die sich das Polit-Theater antun. Moderatorin Corinna Milborn tut das Ihre, damit der Talk zur Farce wird: Statt eine neutrale Rolle einzunehmen, schmeißt sie sich ungeniert auf eine Seite der Diskussionsteilnehmer. Diesmal hegte sie offene Sympathie für ziemlich umstrittene Zeitgenossen der extremen linken Szene. Und im Studio saßen zum Großteil die Anhänger dieser Leute, die wohl nicht zufällig zu ihrem öffentlichen Auftritt kamen und die sogar Plakate in die Kamera schwenken durften.

Waffengleichheit herrschte jedenfalls nicht, als Puls4 zum Thema "Österreich der Extreme: Wohin führen NOWKR und PEGIDA-Demos?" alles angerichtet hatte, um den früheren Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) und den medienunerfahrenen Sprecher der Pegida Wien, Georg Immanuel Nagel, den Wölfen zum Fraße vorzuwerfen. Von Anfang an war klar, welchen Sinn diese Veranstaltung verfolgte: Nämlich die Rechten ins rechtsextreme Lager zu verfrachten, mit allen Mitteln – sei es mit Halbwahrheiten, Verleumdungen oder Behauptungen, die keinem Faktencheck standhalten würden. Zu diesem Zweck wurden Natascha Strobl von der "Offensive gegen Rechts" und der frühere Nationalratsabgeordnete der Grünen, Karl Öllinger, auf das Podium gesetzt. Und im Publikum bekam ausgerechnet Sonja Krusch von der Sozialistischen Linkspartei das Mikro in die Hand gedrückt, um Unglaubliches von sich zu geben: "Die FPÖ freut sich, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken." Sie durfte das sagen, ohne dass die Moderatorin eingriff und sie aufforderte, von solchen Aussagen Abstand zu nehmen.

Roten Politiker krankenhausreif geschlagen

Den nächsten blamablen Versuch, die Blauen unmöglich zu machen, startete der selbsternannte antifaschistische Kämpfer der Grünen, Karl Öllinger. Er verlas eine Korrespondenz zweier Internet-Nutzer, die laut Öllinger Nazis seien und genau über den im Jahr 2012 stattgefundenen Überfall auf den früheren SPÖ-Parlamentarier Albrecht Konecny Bescheid gewusst haben sollen. Öllinger sagte Richtung Graf, dass einer davon ein Besucher des Akademikerballs gewesen sei. Als Graf nachfragte, wer denn das gewesen sein soll, antwortete Öllinger: "Prinz Eugen". Interessant, dass die Polizei von diesem Prinz Eugen nichts weiß, denn die sucht die Täter immer noch. Außerdem ist Öllingers Theorie weit hergeholt: Warum sollte ein Ballteilnehmer während der Veranstaltung in der Hofburg in die Wiener Innenstadt gehen, um einen roten Politiker zu verdreschen? Da läge es doch wirklich näher, dass sich der feige Schläger hinter einer vermummten Maske der linksextremen Chaoten versteckte und den gut gekleideten Mann als einen möglichen Ballbesucher vermutete – und ihn aus diesem Grund krankenhausreif schlug.

Der Überfall auf Konecny war übrigens auch Thema im Parlament. Die SPÖ initiierte eine Anfrage und blamierte sich damit, denn das Innnenministerium stellte gar die Glaubwürdigkeit des Genossen in Frage, „weil die in den Medien getätigten Aussagen des Opfers als Zeuge nicht mit den Angaben im Rahmen der Erhebungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Wien wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Sachbeschädigung übereinstimmten“.

Anpatzer mit Nachholbedarf in Geschichte

Mit diesem Vorwurf, dank der besonnenen Entgegnung von Martin Graf, gescheitert, holte Öllinger zur nächsten Peinlichkeit aus: Auch die Freiheitlichen hätten Demonstrationen durchgeführt, behauptete der grüne Anpatzer. Und wieder fragte Graf nach, wann das denn gewesen sei. Öllinger verwies auf eine Kundgebung in den sechziger Jahren(!). Aber nicht einmal das entsprach der Wahrheit, wie Graf seinem historisch nicht sattelfesten Gegenüber nachweisen konnte. Damals rief ein christlicher Studentenverband zur Demo auf, nicht die Freiheitlichen. So blieb Öllinger bloß die Hoffnung, dass von seinen Anwürfen zumindest bei den Linken etwas hängen blieb – auch wenn die Fakten das Gegenteil belegen.

Randaliererin täuschte Schwangerschaft vor

Den Leuten Gräueltaten in die Schuhe zu schieben – damit hat auch die umtriebige Natascha Strobl von der "Offensive gegen Rechts" Erfahrung. Im Studio behauptete sie, dass eine Freundin von ihr wegen einer Prügelattacke angeblicher Hooligans im Spital läge. Verabscheuungswürdig, wenn die Story stimmt. Im Vorjahr stimmte ihre im Netz verbreitete Geschichte nicht, nämlich die Anschuldigung, das eine junge linksgesinnte Frau durch eine Amtshandlung der Wiener Polizei ihr Kind verloren hätte. Dies wurde bald für unsinnig und wahrheitswidrig erklärt. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte die Untersuchungsbefunde des Wilhelminen-Spitals zur Aufklärung. Tatsache war, dass die Frau zum Zeitpunkt der Ausschreitungen linker Demonstranten mit Sicherheit nicht schwanger war. Festgenommen wurde sie, als sie in einer geöffneten Parfumerie auf der Josefstädter Straße im Zuge der Demonstrationen zu randalieren begann. Daraufhin täuschte sie Unterleibsschmerzen vor.

Das sind die Leute, die von Puls4 zu politischen Diskussionen eingeladen werden. Und die es nicht zulassen wollen, wenn Menschen auf die Straße gehen, wie bei Pegida, um für ihre Anliegen Aufmerksamkeit zu bekommen. Da endet die Toleranz der angeblichen Toleranten, sie blockieren die Route der friedlichen Demonstranten und einige sind sogar dazu bereit, Andersdenkende mit Gewalt zu bekämpfen.

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