Marcel Hirscher ist gemeinsam mit Anna Fenninger das Aushängeschild des ÖSV bei der WM in den USA. Nach ihren Siegen sang ein Kinderchor die Hymne ohne „Töchter“ – das passte den Grünen nicht.

Foto: Bild: rom@nski photo/ flickr (CC BY 2.0)
Glawischnig patzt ÖSV wegen Hymne ohne „Töchter“ an

Alle freuen sich über die Flut von Goldmedaillen, die der Österreichische Skiverband (ÖSV) derzeit in Vail/Beaver Creek bei den Weltmeisterschaften einfährt. Nur eine nicht: Grünen-Klubobfrau Eva Glawischnig. Ihre Freude über die Erfolge von Anna Fenninger, Marcel Hirscher und Co ist getrübt, weil die alte Version der Österreichischen Bundeshymne gesungen wird. Also eine Hymne ohne "Töchter". In einem offenen Brief kritisiert sie deshalb ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der wiederum antwortet der Grünen ebenfalls in einem offenen Brief und bedauert, dass die Grünen die Erfolge der Skiläufer für ein politisches Statement nützen.

Plattform des Sports für politisches Kleingeld genützt

Glawischnig fragte in ihrem Schreiben an Schröcksnadel, ob der Österreichische Skiverband „115 Jahre, nachdem Frauen erstmals an Olympischen Spielen teilnehmen dürfen, wirklich noch beim amerikanischen Organisationskomitee der Ski-WM intervenieren muss, damit eine töchterlose Hymne gesungen wird“ und sprach von einem klassischen Einfädler des ÖSV. Präsident Schröcksnadel war über den Brief verärgert und antwortete prompt: "Ich finde es schade, dass die Plattform des Sports von Ihnen für politisches Kleingeld benutzt wird." Für den Österreichischen Skiverband zähle jede Medaille gleich viel, unabhängig vom Geschlecht.

Hymnen werden üblicherweise instrumental gespielt

Außerdem klärte Schröcksnadel die Grüne Klubobfrau auf, was in den USA, wo die Weltmeisterschaft stattfindet, wirklich geschah: Üblicherweise würden nationale Hymnen bei Siegerehrungen nur instrumental gespielt. Dem Österreichischen Skiverband wäre nicht einmal bekannt gewesen, dass ein Kinderchor seit einem Jahr 16 Nationalhymnen einstudiert hat und bei jeder Siegerehrung live singt.

Schröcksnadel weiter: "Es ist uns überhaupt nicht aufgefallen, dass von den Kindern der ursprüngliche Text gesungen wurde, da der Lärmpegel vor Ort viel zu hoch war, um den Text überhaupt genau zu verstehen. Aufgrund unserer Recherchen wurde der Text der gesungenen Bundeshymne angeblich seitens des IOC dem OK (Organisationskomitee) zur Verfügung gestellt. Der Österreichische Skiverband war in keiner Weise damit befasst. Wir sind ja nicht der Organisator. Nach bereits mehrfachem Abspielen hat das OK beim Generalsekretär des Österreichischen Skiverbandes, Dr. Klaus Leistner, nachgefragt. Dieser hat die Meinung vertreten, dass nicht unbedingt von den Kindern verlangt werden könne, den Text – noch dazu in einer Fremdsprache – umzulernen. Wir haben das lokale OK gebeten, falls dies möglich ist, mit den Kindern die neue Version einzulernen."

Ob dies möglich sei und ob die Bundeshymne nochmals zur Anwendung komme, hänge natürlich davon ab, ob der Österreichische Skiverband noch weitere Goldmedaillen erringen könne. Denn nur dann werde die österreichische Bundeshymne gespielt. "Unser gesamtes Team wird in jedem Fall alles versuchen, weiterhin Erfolge zu erzielen", so Schröcksnadel Richtung Glawischnig, die mit ihrer voreiligen, öffentlichen Kritik an dem ÖSV – um in der Skifahrersprache zu bleiben – einen kapitalen Sturz baute.        

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